Dänemark führt Grenzkontrollen wieder ein

Alleingang in Dänemark: Der Schengenstaat ist im Begriff an seinen Landesgrenzen zu Deutschland und Dänemark wieder permanente Kontrollen einzuführen. Der Vorstoß, den Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen nun verkündete, geschieht auf Druck der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei (DVP).

Nach Angaben von Finanzminister Claus Hjort Frederiksen sollen die Kontrollen künftig sowohl an Land als auch an Flughäfen und an Häfen durchgeführt werden. Darauf einigte sich die dänische Minderheitsregierung mit der DVP-Chefin Pia Kjærsgaard. Gleichzeitig betonte Frederiksen, dass die Kontrollen, die bereits in zwei bis drei Wochen umgesetzt werden, durchaus im Einklang mit dem Schengener EU-Vertrag stünden.

Schlagbäume wird es nicht wieder geben

„Wir haben eine Einigung über die alsbaldige Wiedereinführung Zollkontrollen an den Grenzen Dänemarks erreicht“, erklärte Frederiksen gegenüber Reportern in der Hauptstadt Kopenhagen. An Schlagbäume wie zu früheren Zeiten sei jedoch nicht zu denken. Alle Maßnahmen bewegten sich innerhalb des Schengen-Abkommens. Dennoch würden an der deutsch-dänischen Grenze neue Anlagen mit neuen elektronischen Geräten gebaut werden. Auch die Grenze an der Öresundbrücke zu Schweden soll ständig kontrolliert werden.

Hintergrund ist eine wachsende Anzahl von „Kriminellen“ aus Osteuropa sowie illegal einreisende Wirtschaftsflüchtlinge. Dieser Entwicklung soll so, nach Einschätzung der Regierung, Einhalt geboten werden.

Dänemark war 2001 gemeinsam mit einigen anderen skandinavischen Staaten dem Schengen-Verbund beigetreten. Das Abkommen selbst geht auf das Jahr 1995 zurück und ermöglicht seitdem das Reisen ohne Grenzen zwischen einer Vielzahl europäischer Staaten.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.