Racheakt der Taliban: 70 Tote in Pakistan

Die pakistanische Taliban zeichnet sich für einen Anschlag auf eine Polizei-Akademie im Nordwesten des Landes verantwortlich. Der Attentäter, der sich am Freitag vor dem Gebäude der Grenzpolizei in die Luft jagt, reißt mehr als 70 Menschen mit in den Tod. Darunter viele junge Polizei-Rekruten.

Der bisher verheerendste Anschlag für Pakistan in diesem Jahr wird als Racheakt der hiesigen Taliban für den Tod Osama bin Ladens gesehen. Zwei Bomben waren explodiert, als sich die meisten jungen Männer der Einrichtung im Distrikt Shabqadar gerade nach einem neunmonatigen Training für einen Heimaturlaub rüsteten. Neben den rund 70 Toten, so gibt Polizeichef Nisar Khan Murrawat bekannt, seien auch 30 Verletzte zu beklagen.

Der Selbstmordattentäter habe sich auf einem Motorrad genähert. Vor dem Haupteingang des Ausbildungszentrums sprengte er sich dann in die Luft. Der Mann wird auf Anfang 20 geschätzt. Wer für die zweite Detonation verantwortlich zeichnet ist bisher unklar.

Taliban kündigt weitere Anschläge an

„Pakistanische und US-amerikanische Sicherheitskräfte sollten sich auf weitere Attacken einstellen“, warnte unterdessen Ullah Ihsan, Sprecher der pakistanischen Taliban, die sich zu dem Anschlag bekannten. Er beschuldigt die Pakistanis Osama bin Laden an die USA verraten zu haben. „Osama war unser großer Führer. Seine Mörder werden den Preis dafür zu bezahlen haben“, so der Sprecher weiter.

Die Region gilt als Hochburg islamistischer Kämpfer und als Rückzugsgebiet der Taliban und von Al Qaida. Die Grenzpolizei ist direkt in Konflikte mit militanten Gruppen involviert. Erst im vergangenen Dezember wurden in Folge dessen elf pakistanische Soldaten getötet. Zuvor waren bei einem Bombenanschlag auf ein Regierungsgebäude in Mohmand rund 40 Menschen gestorben.

http://www.youtube.com/watch?v=0KsVU9sTFgU

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