Wie im Krimi: Die vielen Namen von Istanbul

Istanbul war nicht immer Istanbul. Wer sich im Türkei Urlaub weiterbilden will, kann in der Stadt zahlreiche Hinweise auf ihre reiche Geschichte finden, diese geht gut 2600 Jahre zurück. Warum sich nicht schon einmal vorbereiten, bevor Sie in die Türkei reisen?

Der lokale Mythos besagt, Byzas aus Megara habe 667 v. Chr. Byzantion gegründet. Von Anfang an war die Stadt ein wichtiges Handelszentrum. Im Kampf der Perser gegen die Skythen stellte Byzantion dem persischen König Dereios Schiffe zur Verfügung, um den Bosporus zu überqueren. 
Bis zur Schlacht von Platää 479 v. Chr. blieb das Gebiet unter persischer Herrschaft. Danach unterstand es dem spartanischen Feldherrn Pausanias. 196 n. Chr. wurde Byzantion dann von dem römischen Kaiser Septimius Severus erobert und zerstört, doch – auf Bitten seines Sohnes Caracalla hin – wieder aufgebaut. 
Dabei wurde die Stadt vergrößert, erhielt einen neuen Mauerkranz, das Hippodrom (eine Pferderennbahn, die heute noch in Teilen erhalten ist), sowie einige Paläste. Im Jahr 324 n. Chr. flüchtete der Rivale Kaiser Konstantins I, Licinius, nach Byzantion. Doch Konstantin folgte ihm und besiegte ihn in Chrysopolis (türkisch: Üsküdar). Die Stadt begeisterte Konstantin so sehr, dass er sie im Jahre 330 n. Chr. für die Hauptstadt des gesamten Römischen Reiches erklärte.

Was man bei einer Türkei Reise wissen muss: Istanbul war Konstantinopel

Kurz vor seinem Tod ließ sich der Kaiser taufen und machte das Christentum damit erstmals zur Staatsreligion. Nach seinem Tod wurde die Stadt offiziell in Konstantinopel umbenannt. Neben ihrem Gründer Konstantin prägten vor allem Kaiser Justinian (527-65) und seine Frau Theodora die Stadt. In der Zeit des finsteren Mittelalters ließ Justinian die Hagia Sophia, die damals größte Kirche der Christenheit, bauen. In Konstantinopel waren zu dieser Zeit die berühmtesten Geister aus Kunst und Kultur versammelt. Der Verfall des Byzantinischen Reiches begann 1071, durch eine Niederlage gegen die türkischen Seldschuken. 400 Jahre später versetzten die Osmanen dem ohnehin sehr geschwächten Oströmischen Reich den Todesstoß.

Lange Zeit gab es keine fortdauernde und eindeutige offizielle Namensform für die Stadt. Am 28. März 1930 dann, in der Frühzeit der Republik, wurde Istanbul zum offiziellen Namen erklärt. Da die Stadt in osmanischen Schriften und im türkischen Volksmund schon seit langem so genannt wurde, war dies im Grunde keine Neubenennung. Aufgrund ihrer bewegten Geschichte vereint Istanbul antike, mittelalterliche, neuzeitliche und zuletzt moderne Architektur, mit Elementen der Griechen, Römer, Byzantiner, Osmanen und Türken miteinander zu einem Stadtbild. Aufgrund dieser Einzigartigkeit wurde die historische Altstadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Allein schon wegen der reichen Geschichte Istanbuls, sollten Sie also unbedingt einige Tage hier einplanen, wenn Sie in die Türkei reisen.

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