Iranerin darf ihrem Peiniger das Augenlicht nehmen

Ende 2004 verlor die Iranerin Ameneh Bahrami durch die Schwefelsäure-Attacke eines verschmähten Liebhabers ihr Augenlicht. Seither sinnt die einst unabhänginge junge Frau auf Rache. Am Samstag darf sie das Urteil in Teheran vollstrecken und ihren Peiniger ebenfalls mit Säure blenden.

Vier Jahre lang hat die völlig entstellte Ameneh Bahrami um das Urteil nach islamischem Recht kämpfen müssen und während dieser Zeit zahlreiche kontroverse Debatten ausgelöst, ob das Prinzip „Auge-um-Auge“, das im Sinne der Scharia als legal angesehen wird, Anwendung finden darf.

Jetzt, nach einem Leidensweg, der insgesamt 17 Operationen einschließt, ist sie von ihrer neuen Heimat Barcelona aus zurück in den Iran gereist, um Vergeltung an ihrem ehemaligen Mit-Studenten Madschid Mowahedi, dem sie 2002 im Alter von 24 Jahren erstmals begegnet war, zu üben. „Das wird für mich nicht nur eine Genugtuung für all das Leid, das mir angetan wurde, sondern auch eine Initiative, um Täter vor solchen Aktionen abzuschrecken“, sagte die heute 32-Jährige über das am kommenden Samstag stattfindende Geschehen im Dadgostari-Hospital in Teheran.

Verschmähter Liebhaber zeigt keine Reue

Der Zurückgewiesene hatte sich damals zwei Wochen nach der verheerenden Tat selbst der Polizei gestellt. Seit seiner Verurteilung im Jahr 2005 befindet er sich in Haft. Reue zeigte er allerdings nicht. Bahramis Anwalt, Ali Sarrafi erklärte: „Er sagt, er habe es getan, weil er sie liebte.“

Das entscheidende Gerichtsurteil, der der jungen Frau die Vergeltung ermöglicht, ist bereits 2009 gesprochen worden. Unklar ist bisher allerdings, ob sie auf Grund ihrer Erblindung die Vollstreckung selbst vornehmen und mit einer Pipette jeweils 20 Tropfen in die Augen ihres einstigen Angreifers träufeln wird.

Der arabische Fernsehsender Al Jazeera hat Ameneh Bahrami
eine Weile begleitet:

Teil 1

Teil 2

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