Kurden unterstützen verstärkt Massenproteste in Syrien

In Syrien haben nach den Freitagsgebeten erneut Tausende gegen das Regime von Präsident Bashar al-Assad demonstriert. Ungewöhnlich groß war die Beteiligung diesmal im kurdisch dominierten Nordosten des Landes.

Nach einer großangelegten Verhaftungswelle haben sich die Oppositionellen nicht einschüchtern lassen. Obwohl das Schicksal der Inhaftierten nach wie vor unklar ist, gingen nun auch in Qamischli, Amuda, Ras al-Ain, Derbassieh sowie in Ain al-Arab in der Provinz Aleppo jeweils tausende Kurden, die etwa zehn Prozent der Landesbevölkerung ausmachen, und assyrische Christen auf die Straße.

Der Generalsekretär der Kurdischen Jakiti-Partei, Ismail Hami, erklärte gegenüber dem arabischen TV-Sender Al Jazeera: „Die Kurden weiten nun ihre Teilnahme an den Demonstrationen für Freiheit aus, an der Seite der syrischen Mitbrüder.“ Den Eingriff der Armee verurteilte er. Damit zeigt sich die größte ethnische Minderheit des Landes, die in vielfacher Weise diskriminiert wird und bis vor kurzem gar als weitgehend rechte- und staatenlos galt, solidarisch.

Polizei feuert trotz angekündigtem Schießverbot in die Menge

Mittlerweile dauern die Unruhen bereits seit zwei Monaten an. Die Massenproteste forderten nach UN-Schätzungen bisher 700 bis 850 Tote. UN-Sprecher Rupert Colville zeigte sich über die Lage in Syrien „tief besorgt“. Trotz eines angekündigten Schießverbotes feuerten Polizisten in der westlichen Stadt Homs in die Menge. Mindestens ein Demonstrant kam ums Leben.

Das nachfolgende Video zeigt Szenen aus Amuda, wo sich Augenzeugenberichte zufolge rund 4000 Menschen versammelt haben:

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