Vollstreckung aufgeschoben: Iraner wird bis auf weiteres nicht geblendet

Die für Samstagmittag angesetzte Vollstreckung eines Urteils nach iranischem Recht, durch das ein Mann mit Säure zum Erblinden gebracht werden soll, wurde verschoben. Gründe für diese Entscheidung wurden nicht bekannt gegeben. Einen neuen Termin gibt es bisher nicht.

Bereits im Jahr 2009 wurde Madschid Mowahedi von einem  islamischen Scharia-Gericht verurteilt. Dem vorausgegangen war ein jahrelanger Kampf  seines Opfers Ameneh Bahrami. 2004 hatte er der jungen Frau, die zu diesem Zeitpunkt seine Kommilitonin war und seinen Heiratsantrag abgewiesen hat, aufgelauert und sie mit Schwefelsäure übergossen.  Auch nach 17 Operationen bleibt sie dauerhaft entstellt und blind. Über die jetzige Kehrtwende sei sie „wütend und traurig“.

Amnesty International appellierte an die iranischen Behörden

„Das wird für mich nicht nur eine Genugtuung für all das Leid, das mir angetan wurde, sondern auch eine Initiative, um Täter vor solchen Aktionen abzuschrecken“, sagte die heute 32-Jährige über das Geschehen, das eigentlich im Dadgostari-Hospital in Teheran hätte stattfinden sollen. Eigens war sie am Vortag aus ihren neuen Heimat Barcelona angereist. Sie selbst war fest entschlossen, die Säure eigenhändig mit einer Pipette in die Augen ihres Peinigers einzubringen.

Noch am vergangenen Freitag appellierte Amnesty International an die iranischen Behörden. Es handele sich hierbei um eine „grausame und unmenschliche Strafe, die einer Folter gleichkommt“. Das was der jungen Frau angetan wurde sei zwar entsetzlich gewesen. Gleichzeitig habe aber auch der iranische Staat eine Verantwortung gegenüber dem Internationalen Recht, dass dieses Urteil nicht vollstreckt würde.

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