Zwei Tote und 60 Verletzte bei Unruhen zwischen Kopten und Muslimen in Kairo

Ägypten kommt noch immer nicht zur Ruhe. In der Nacht zum Sonntag ist es erneut zu gewaltsamen Zusammenstößen gekommen. Diesmal stießen koptische Christen auf Jugendliche aus der Umgebung. Sie lieferten sich Straßenschlachten. Auch Molotowcocktails kamen zum Einsatz. Es gab Tote und Verletzte.

Bereits seit mehreren Tagen hatten koptische Christen vor dem Gebäude des staatlichen Fernsehens in Kairo mit einer Sitzblockade für mehr Rechte der religiösen Minderheit und mehr Schutz für ihre Kirchen protestiert. Nun eskalierte die Situation. Mehrere Fahrzeuge gingen in Flammen auf. Die Polizei versuchte gemeinsam mit der Armee die Lage mit Tränengas unter Kontrolle zu bekommen. Auch Warnschüsse wurden abgefeuert. 15 Personen wurden im Zuge des Einsatzes festgenommen. Die Übergriffe dauerten bis in die frühen Morgenstunden an.

Dutzende bisher nicht identifizierte Männer in Zivilkleidung, begannen mit scharfer Munition in die Luft zu schießen und griffen die Demonstranten rund um den Eingang des Gebäudes mit Stöcken und Steinen an. Es war nicht sofort klar, wer die Angreifer waren oder was ihr Motiv war. Augenzeugen berichteten, dass es sich um junge Männer aus angrenzenden Slums handeln muss. Später hieß es: Auslöser sei  ein Streit zwischen einem jungen Muslim und Kopten gewesen.

Spannungen forderten bereits mehrere Tote und Verletze

In den vergangenen Monaten nahmen die Spannungen zwischen der muslimischen Mehrheitsbevölkerung und den Kopten immer mehr zu. In Folge dessen war es schon mehrmals zu derartigen Zusammenstößen gekommen. Erst am 7. Mai waren im Armenviertel Imbaba 15 Menschen getötet und 240 weitere verletzt worden. Auf der anderen Seite hatten diesen Freitag tausende Ägypter auf dem bekannten Tahrir-Platz in Zentrum Kairos für religiöse Toleranz demonstriert.

Am Sonntag versammelten sich unter starkem Polizeischutz erneut rund 1000 Kopten mit Holzkreuzen in der Hand vor dem Sitz des ägyptischen Staatsfernsehens. „Wir sind Ägypter, keine Ausländer. Wir sind das ursprüngliche Volk Ägyptens. Die Polizei steht auf der Seite der Muslime und die Armee schaut zu“, beklagt sich ein Demonstrant. Mittlerweile hat das koptische Kirchenoberhaupt, Shenuda III, die Demonstranten dazu aufgefordert ihre seit einer Woche andauernden Proteste einzustellen. Er erklärte, die friedlichen Demonstraten wurden provoziert.

Ein Augenzeuge hält die Szenen der Nacht fest:

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