Bin Ladens Versteck war afghanischem Geheimdienst lange bekannt

Für viele kam die Nachricht, dass sich Osama bin Laden in Pakistan versteckt hielt, überraschend. Nicht so für den früheren afghanischen Geheimdienstchef Amrullah Saleh. Er erklärt, er habe den pakistanischen Behörden bereits vor vier Jahren entsprechende Hinweise übermittelt.

In der Sendung „60 minutes“ des US-Fernsehsenders CBS berichtet Saleh am vergangenen Sonntag, dass er schon im Jahr 2007 ziemlich dicht an bin Ladens eigentlichem Aufenthaltsort in Abbottabad gewesen sei. Damals habe er vermutet, der ehemalige Terrorchef verstecke sich in der pakistanischen Stadt Mansehra, rund 20 Kilometer vom jetzigen Fundort entfernt. Seine Informationen seien damals jedoch abgewiesen worden.

Die USA müssen Pakistan als feindlich gesinnt betrachten

Der einstige Geheimdienstchef, der zu jener Zeit enge Verbindungen zur USA im gemeinsamn Kampf gegen Al Qaida und die Taliban unterhielt, sprach gegenüber CBS auch eine Warnung aus: die USA sollten Pakistan als feindlich gesinnten Staat ansehen. Die dortige Regierung nehme zwar bereitwillig das Geld aus Washington an. Doch eine Kooperation im Kampf gegen den Terrorismus findet nicht statt. Darüber hinaus trage Pakistan zur Verbreitung von Atomwaffen bei.

Gegenüber Lara Logan erklärte er auch, warum er den Posten als Geheimdienstchef aufgegeben habe. So hätte er das Gefühl gehabt, dass Präsident Hamid Karsai ihm nicht länger vertraut hätte. Vielmehr habe sich dieser immer stärker auf die Seite Pakistans gestellt. Heute ist Saleh ist ein prominenter Kritiker der Bemühungen Karsais, Friedensverhandlungen mit den Taliban aufzunehmen.

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