Arslan kritisiert negative Berichterstattung über die Türkei in Österreich

Die Rolle der Medien in Österreich bei ihrer Berichterstattung über Themen, die mit türkischen Angelegenheiten zu tun haben, kritisiert Seyit Arslan, Chefredakteur der österreichischen Wochenzeitung ZAMAN Österreich, in einem Kommentar in der österreichischen "Presse". Diese sei "dem Integrationsprozess nicht dienlich".

Die Artikel über die Türkei und türkischstämmige Personen in Österreich würden „stets aus einem negativen Blickwinkel geschrieben“, so Arslan. Und er fährt fort: „Die Journalisten beschäftigen sich meistens mit ‚Hintergründen‘ von manchen türkischen Vereinen in Österreich, die mangels Alternativen nun einmal zum Bestand der türkischen Gemeinschaft gehören, und sie bringen dann gerne Klischees zu Papier. Die Artikel haben meistens Titel wie ‚Für immer Türke?‘, ‚Die Türken in Österreich – ewige Außenseiter?‘

„Abwertung“ des Ergenekon-Prozesses

Die Berichte würden aber nicht darauf eingehen, „warum es diese Vereine gibt, und verschweigen auch, dass Österreich sein Angebot für die türkische Gemeinschaft erst in den letzten Jahren zögerlich vergrößert hat.“  Deshalb sollte es „niemanden wundern“, so Arslan, „dass Themen wie Bildung und Glaube in selbst gewählten Organisationsformen behandelt werden. Jedenfalls wäre es besser, die so gezeigte Energie nutzbar zu machen und sie nicht zu kritisieren.“

Des Weiteren stellt Arslan eine „Abwertung“ des Ergenekon-Prozesses in den österreichischen Medien fest. Dem hält er entgegen: „Niemand hat das Recht dazu, diesen Prozess, der von vielen Intellektuellen und von der Europäischen Kommission als Schlüssel für die Demokratisierung der Türkei gesehen wird, abzuwerten. Führt man sich die Vergangenheit der Türkei mit Militärputschen und allen demokratischen Problemen vor Augen, ist es lächerlich, zu behaupten, dass diese Causa von einer bestimmten ‚Bewegung‘ forciert wird.“

In diesem Zusammenhang verteidigt Arslan den Gelehrten Fethullah Gülen, der in einem Kommentar als „Despot“ bezeichnet worden sei. Gülen stehe für „religiöse und interkulturelle Toleranz, für gesellschaftlichen Frieden, für Freundschaft, gegenseitiges Verständnis und für Versöhnung.“

Mehr hier

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.