Sex-Videos: Türkische Rechtspartei MHP unter Druck

Innerparteiliche Dissidenten der rechtsnationalistischen Oppositionspartei MHP wollen Parteichef Devlet Bahçeli mit der Hilfe von Sex-Videos aus dem Amt drängen. Sollte dieser bis zum 18. Mai nicht zurücktreten, so drohen sie, würden weitere kompromittierende Clips im Internet veröffentlicht. Doch die Partei will sich nicht länger gängeln lassen.

Nachdem die Partei bereits drei Skandale rund um im Internet veröffentlichte Sex-Videos hinter sich hat, meldeten sich deren Gegner nun noch einmal zu Wort. In einem Offenen Brief der Gruppe „Farklı Ülkücülük“ wurde eine Warnung gegen den MHP-Chef Devlet Bahçeli ausgesprochen, lieber bis zum 18. Mai zurücktreten, wenn er nicht noch mehr skandalöse Sex-Videos sehen wolle. Falls er der Forderung bis Mittwoch 10 Uhr nicht nachkäme, werde die Gruppe darüber hinaus Mitschnitte interner Gespräche zwischen Bahceli und seinen engsten Beratern veröffentlichen. Vier seiner engsten Verbündeten aus der Partei sind bereits zurückgetreten und haben sich von den Wahlen zurückgezogen, als einschlägige Videos, die außereheliche Kontakte zeigten, an die Öffentlichkeit gelangt waren.

Schlammschlacht wenige Wochen vor den Parlamentswahlen

Weniger als vier Wochen vor den Parlamentswahlen rief der stellvertretende MHP-Vorsitzende Semih Yalçın am Sonntag in einem Offenen Brief alle Nationalisten des Landes dazu auf, nicht auf die Treibjagd hereinzufallen, die gegen die Partei veranstaltet werde: „Die Achse des Bösen hat die Unterstützung der ausländischen Streitkräfte übernommen. Ihr Ziel ist die MHP.“ Darüber hinaus beschuldigt Yalçın Ministerpräsident Erdogan, hinter dieser Verschwörung gegen die Nationalisten zu stecken. Er setze staatliche Mittel ein, um die MHP aus dem türkischen Parlament heraus zu halten. Doch, so Yalcin weiter, diese Politik der herrschenden Partei werde bei den Wahlen nicht aufgehen.

Die Partei selbst hat von der andauernden Schlammschlacht innerparteilicher Dissidenten offenbar genug. „Niemand kann es wagen, Drohungen gegen das Oberhaupt der Partei auszusprechen“, so Yalcin.

Auch Erdogan selbst äußerte sich zum Geschehen. Während einer Wahlkampfveranstaltung am vergangenen Dienstag wies er die Vorwürfe von sich und erklärte: „Anstelle vor lauter Scham zu erröten, bewerfen sie uns mit Schmutz. (Wir) sind an ihren dreckigen Geschichten nicht interessiert.“

Aufruf: Nationalisten sollen geschlossene Haltung vertreten

Auf der Homepage ruft er jetzt alle Nationalisten dazu auf, während der Wahlen am 12. Juni eine einheitliche Haltung zu vertreten, immerhin seien das „die wichtigsten Wahlen in der türkischen Geschichte“. Solch bösartigen Angriffe würden die Partei nicht davon abhalten, doch noch ins Parlament einzuziehen, um „die nationalen Werte des Landes zu bewahren“.

Bahçeli wurde dazu aufgefordert, bis zum 18. Mai zurückzutreten und einen sofortigen Parteitag abzuhalten, um eine neue Leitung zu wählen.

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