Drohungen gegen Bahçeli: MHP-Chef verweigert Rücktritt

Der Chef der rechtsnationalistischen Oppositionspartei MHP, Devlet Bahçeli, gibt dem Druck innerparteilicher Dissidenten nicht nach und lehnt einen Rücktritt zum 18. Mai ab. Die Drohungen der Veröffentlichung weiterer Sex-Video-Mitschnitte ernst zu nehmen, bezeichnet er als indiskutabel. Gleichzeitig wiederholt er seine Vorwürfe gegen Erdoğan, Gülen und Öcalan.

Androhung der Veröffentlichung weiterer Sex-Videos

Der MHP-Chef verdeutlichte seine Position innerhalb der Fernsehsendung „Siyaset Meydanı“ („Die politische Arena“) am späten Sonntagabend. Zuvor hatte eine Gruppe, die bereits für die Veröffentlichung mehrerer Sex-Videos verantwortlich zeichnet, angedroht, weiteres Material zu veröffentlichen, falls er sich den Forderungen nicht beuge und zurücktrete.

In einem Offenen Brief, den sie auf ihrer Webseite publizierte, hatte die Gruppe, die sich “Farklı Ülkücülük”nennt, einen Rücktritt bis zum Mittwoch, den 18. Mai, 10.00 Uhr morgens gefordert. Darin heißt es: “ Wir geben Euch eine letzte Warnung.“ Die Videos, so führen die Erpresser weiter aus, seien nur die Spitze des Eisbergs.

Auf die Frage, wie er die derzeitige Situation aushalten würde, antwortete Bahçeli: „Es steht für uns außer Frage, diese Rücktrittsforderungen ernst zu nehmen oder aber diesen Leuten, die so etwas wollen und sich gleichzeitig im Internet verstecken, gar Aufmerksamkeit zu schenken.“ Gleichzeitig forderte er die Gruppenmitglieder dazu auf, ihre Identität preiszugeben und ihre Ideen lieber innerhalb der MHP auszuleben.

Erdoğan, Gülen und Öcalan als „die Wurzeln aller Probleme“

Ungeachtet der kontroversen Reaktionen, die er für seine Aussagen gegen den Islamwissenschaftler Fethullah Gülen bereits geerntet hat, wiederholte der Parteichef diese im Rahmen der gleichen Sendung.

In Folge der bereits veröffentlichten Skandal-Videos beschuldigt Bahçeli „diejenigen auf der anderen Seite des Ozeans“ eine Rolle beim Auftauchen dieser Clips zu spielen. Gegenüber einer türkischen Tageszeitung verstärkte er später seinen Angriff gegen Gülen noch einmal: „Ich bedaure zutiefst, dass die Türkei in einem Dreieck bestehend aus Erdoğan, Gülen und Öcalan gefangen ist.“ Am Sonntag wiederholt er nun seinen Vorwuf und bezeichnet die Drei als „die Wurzel aller Probleme“. Gülen selbst wies die Vorwürfe entschieden zurück.

Angesprochen auf die Gefahr, dass die MHP die Zehn-Prozent-Hürde bei den Wahlen am 12. Juni nicht überwinden könnte, erklärte er: Die MHP hätte diesbezüglich keine Probleme. Man glaube daran, dass eine stille Mehrheit sich der Partei anschließen werde.

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