Strauss-Kahn-Nachfolge: Der Türke Kemal Derviş ist IWF-Favorit

Noch während sich Dominique Strauss-Kahn in U-Haft auf der New Yorker Gefängnisinsel Rikers Island befindet, haben Spekulationen um seine Nachfolge als IWF-Chef begonnen. Europa und die Schwellenländer positionieren sich. Zu den Top-Kandidaten gehört der einstige türkische Wirtschaftsminister Kemal Derviş.

Der Name des in Istanbul geborenen Derviş fällt derzeit häufig. Zwar ist er weder Europäer noch kommt er aus einem Schwellenland. Dennoch wird der ehemalige Vize-Präsident der Weltbank für den Nahen Osten und Afrika von vielen als ein idealer Kandidat für die Nachfolge des Franzosen Strauss-Kahn betrachtet.

Dessen Festnahme wegen des Verdachts ein Zimmermädchen seines New Yorker Hotels sexuell attackiert zu haben, bringt die Finanzwelt gehörig durcheinander. Auf einen solchen Fall war keiner vorbereitet. Denn auch sein Stellvertreter, John Lipsky, hatte bereits seinen Rückzug für diesen August angekündigt.

Nachrichtenagenturen zu Folge wird nun der ehemalige türkische Wirtschaftsminister Kemal Derviş und ehemalige Chef des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) als einer der Top-Kandidaten auf das Amt betrachtet. Ebenfalls in Spiel gebracht wurden Namen wie Christine Lagarde, derzeit Wirtschaftsministerin unter Nicolas Sarkozy, oder auch Trevor Manuel aus Südafrika. Für die Medien gilt zudem der Ägypter Mohammad El-Erian, CEO der „Pacific Investment Management Company“, als aussichtsreicher Kandidat.

Derviş half der Türkei aus der Finanzkrise

Für Derviş spricht in deren Augen jedoch so einiges: Er konzipierte vor gut zehn Jahren die erfolgreiche Strategie zur Überwindung der schweren Wirtschaftskrise von 2001. Dieser Zug ebnete den Weg der Türkei zur EU-Kandidatur. Darüber hinaus bewahrten die damaligen Reformen das Land später auch vor der großen Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009. Von 2005 bis 2009 war er zudem Leiter des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen.

Traditionell kommt seit der Gründung der Geschwister-Institutionen nach dem Zweiten Weltkrieg der Präsident der Weltbank aus den USA. Den Chef des Internationalen Währungsfonds stellt hingegen Europa.

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