Protest gegen NATO-Einsatz in Afghanistan: Mehrere tote Demonstranten

Mindestens zehn Tote sowie mehr als 50 Verletzte, darunter auch zwei deutsche Soldaten: Das ist die vorläufige Bilanz einer gewaltsamen Protestkundgebung gegen einen NATO-Einsatz im Norden Afghanistans. Wer das Feuer vor dem Bundeswehrlager in Talokan, der Hauptstadt der nordostafghanischen Provinz Tachar, eröffnete, ist bisher unklar.

Augenzeugenberichten zufolge habe zunächst nur die Polizei auf die Demonstranten geschossen. Später seien dann deutsche Soldaten aus dem Camp des Provinz-Beratungsteams dazugestoßen. Ob diese ebenfalls zur Waffe griffen, ist unbekannt. Zwei deutsche Soldaten wurden während der Demonstration leicht beziehungsweise mittelschwer verletzt.

Meute hielt Aufständische Opfer für Zivilisten

Wie ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam weiter erklärte, habe sich eine gewalttätige Demonstration gegen das Lager der Bundeswehr gerichtet. Mehr als 2000 Menschen seien auf die Straße gegangen, um gegen einen Nato-Einsatz aus der Nacht, der gemeinsam mit afghanischen Einheiten durchgeführt wurde, zu demonstrieren. Ihr Vorwurf: hierbei seien vier Personen – zwei Männer und zwei Frauen – getötet und zwei weitere festgenommen worden. Die Meute hielt die Aufständischen offenbar für Zivilisten. Deutsche Soldaten sollen an dem nächtlichen Einsatz allerdings nicht beteiligt gewesen sein.

Während der Demonstration wurden Schmährufe gegen die USA sowie Präsident Hamid Karsai laut: „Tod Karsai! Tod den USA“ Als dann einige Demonstranten jedoch damit begannen, Läden zu plündern und Steine auf einen NATO-Posten zu werfen, eskalierte die Situation.

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