Strauss-Kahn tritt zurück

Der bisherige IWF-Chef hat die Konsequenzen aus den Vorwürfen der versuchten Vergewaltigung gezogen und nun mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt erklärt. Bis ein Nachfolger bestimmt ist, wird sein Stellvertreter John Lipsky die Geschäfte leiten.

In seinem vom IWF im Internet veröffentlichten Rücktritts-Brief erklärte Strauss-Kahn, der sich momentan in Einzelhaft auf der New Yorker Gefängnisinsel Rikers Island befindet: „(…) mit unendlicher Traurigkeit fühle ich mich heute gezwungen, dem Direktorium meinen Rücktritt vom Posten des geschäftsführenden Direktors des IWF mitzuteilen.“

Druck von Seiten der USA

Darin streitet der 62-jährige Franzose mit „größtmöglicher Standhaftigkeit“ noch immer alle Anschuldigungen, die gegen ihn angeführt worden sind, ab. Sein jetziger Schritt sei vor allem seiner Familie, aber auch dem Schutz des Internationalen Währungsfonds geschuldet, in dem er gemeinsam mit seinen Kollegen „über die vergangenen drei Jahre und darüber hinaus (…) großartige Dinge erreicht“ habe. Seine gesamte Konzentration gelte jetzt aber dem Beweis seiner Unschuld.

Alles deutet darauf hin, dass sich Strauss-Kahn zu diesem Schritt gezwungen sah, nachdem die USA als wichtigstes IWF-Geberland eine Übergangsregelung an der Spitze der mächtigen Finanzorganisation gefordert hatten. US-Finanzminister Timothy Geithner erklärte, dass Strauss-Kahn „offensichtlich nicht in der Lage“ sei den Währungsfonds zu lenken.

Wer wird Strauss-Kahns Nachfolger? Kemal Derviş ist Top-Kandidat

Schon vor Strauss-Kahns Rücktritt begann das Roulette um seinen Posten. Zu den Top-Kandidaten gehört der einstige türkische Wirtschaftsminister Kemal Derviş. Der ehemalige Vize-Präsident der Weltbank für den Nahen Osten und Afrika sticht im Rennen um den Chefsessel vor allem durch seine Leistungen hervor. Ebenfalls hoch im Kurs steht derzeit Christine Lagarde, die derzeit als Wirtschaftsministerin unter Nicolas Sarkozy agiert.

Daneben wurden weitere Details zur Identität des Zimmermädchens bekannt, das er in einem Hotel in Manhattan vergewaltigt haben soll. Die 32 Jahre alte “Nafi” Nafissatou ist, nach Angaben ihres Bruders, praktizierende Muslimin und trägt Kopftuch. Derzeit hält sich die Frau unter Polizeischutz an einem unbekannten Ort auf. Wie die „New York Post“ berichtete, lebte sie in einem Haus für Aids-Kranke im Stadtteil Bronx.

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