Erdogan: Hamas ist keine Terror-Organisation

Der türkische Premier überrascht mit einer Liebeserklärung an die Hamas: Israels Staatsfeind Nummer 1 sei eine politische Partei – und keine Terrororganisation. Als Widerstandsbewegung versuche die Hamas, ihr besetztes Land zu schützen. Die Hamas-Vertreter Terroristen zu nennen sei eine „Respektlosigkeit gegenüber dem Willen des palästinensischen Volkes“.

In einem Interview mit Bloomberg TV hat der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan die islamistische Hamas-Bewegung engagiert unterstützt. Er sagte dem Interviewer Charlie Rose, der das Interview für ein Türkei-Special aufgenommen hatte: „Lassen Sie mich Ihnen eine klare Botschaft mitgeben: Für mich ist die Hamas keine Terrororganisation. Die Hamas ist eine politische Partei – sie hat sich zu einer politischen Partei entwickelt und tritt als solche auf. Darüber hinaus ist sie eine Organisation. Sie ist eine Widerstandsbewegung, die versucht ihr besetztes Land zu schützen. Wir sollten sie nicht mit Terrororganisationen in einen Topf werfen. Außerdem nahmen sie an den Wahlen teil. Sie gewannen diese, sie stellten Minister und sie hatten Parlamentssprecher, die von Israel gefangen gehalten wurden – es waren ungefähr 35 Minister und Parlamentsmitglieder, die in israelischen Gefängnissen saßen. Wo ist da der Terrorismus? Sie nahmen an den Wahlen teil … Sie Terroristen zu nennen wäre eine Respektlosigkeit gegenüber dem Willen des palästinensischen Volkes.“

Von Israel verlangt Erdogan „Entschuldigung, Entschädigung und Aufhebung des Embargos gegen den Gaza Streifen“: „Das Embargo muss aufgehoben werden. Wir im Mittleren Osten sind ein Land, das die Staatlichkeit Israels und Palästina akzeptiert („accepted“) hat. Wir erkennen das an und  wir empfehlen das auch jedem. Wir stehen dafür ein und bringen beide Seiten zusammen. Wir glauben, dass wir das können. Aber selbstverständlich müssen alle ihre Grenzen, ihre Landesgrenzen, kennen, dann können wir diese Schritte gehen.“

Erdogan begrüßte ausdrücklich die Einigung zwischen der Hamas und der Fatah: „Ich bin sehr erfreut über das, was geschehen ist.“ Er hätte sich als Premierminister seit Jahren bemüht, die beiden Gruppen zusammenzubringen. Frieden im Nahen Osten sei nur möglich, wenn zwischen den unterschiedlichen palästinensischen Gruppen Frieden herrsche.

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