Erdbeben in der Türkei: Zahl der Verletzten gestiegen

Nach dem Erdbeben der Stärke 6,0 im Nordwesten der Türkei ist die Zahl der Verletzten aktuell auf 150 angestiegen. Die meisten Menschen in der kleinen Stadt Simav trugen jedoch glücklicherweise nur geringfügige Blessuren davon. Vor weiteren Nachbeben wird gewarnt.

Die Helfer waren rasch zur Stelle. Such- und Rettungsteams trafen kurz nach dem Beben, das sich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um  23:15 Uhr Ortszeit (22.15 Uhr MESZ) ereignete, vor Ort ein und versorgten die Bevölkerung mit Decken, Wasser und Lebensmitteln. Auch Zelte wurden aufgestellt.

Weitere Beben geringerer Stärke könnten folgen

Ausländische Gäste der 100 Kilometer entfernt gelegenen Touristenhochburg Izmir seien auch in der Folge der bisher gut 50 Nachbeben nicht zu Schaden gekommen. Weitere Erschütterungen geringerer Stärke könnten, Experten zufolge, in den nächsten Tagen folgen.

Lediglich ein Hotel, so berichtet TUI Travel, sei schwer beschädigt worden. Ähnliches lässt derzeit auch der Reiseveranstalter Thomas Cook verlauten. Ausflüge und Programme in diesem Gebiet wären nicht beeinträchtigt. Glücklicherweise sei auch die bedeutende antike Stadt Ephesus, welche 50 Kilometer südlich von Izmir liegt, nicht beschädigt worden.

Erst kürzlich wurde die Region Kütahya von einer Umweltkatastrophe heimgesucht, als nach einem Dacheinsturz Cyanid-kontaminierten Wasser aus einer Abwasser-Anlage entwich. Einsatzkräfte untersuchen nun, ob die Anlage durch das Erdbeben weiteren Schaden genommen hat. Nach Angaben von Umweltminister Veysel Eroglu besteht derzeit „kein Risiko“.

Zwei erdbebensichere Satellitenstädte für die Region Istanbul

Erst in der jüngeren Vergangenheit hatte es in der Türkei schwere Erdbeben gegeben. Vor gerade einmal einem Jahr gab es 51 Tote im Osten des Landes. Das Beben erreichte auch hier die Stärke 6.0. Verheerend war auch das Jahr 1999. Damals gab es rund 20.000 Tote bei einem Beben in der Region Marmara, das die Stärke 7.0 auf der Richter-Skala überschritt. Die Türkei ist von zahlreichen Bruchstellen der Erdplatten überzogen. Das gesamte Land gilt als erdbebengefährdet. Erst vor einer Woche wurden Pläne bekannt, nach denen zwei neue erdbebensichere Städte in der Nähe von Istanbul gebaut werden sollten. Eine auf der asiatischen Seite des Bosporuses, eine auf der europäischen. Sie sollen 1,5 Millionen Menschen beherbergen können.

Ministerpräsident Erdogan begrüßte bei der Vorstellung des Projekts am 11. Mai das Vorhaben. Er stellte heraus, dass diejenigen, die gegenwärtig in den Hochrisikobezirken lebten, nicht gezwungen würden umzuziehen, aber dazu die Möglichkeit erhalten. Mit dem Bau soll bereits 2012 begonnen werden.

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