Spanien: Demonstranten gehen trotz Verbot auf die Straße

Trotz des Verbots von Demonstrationen am Wochenende gingen wieder Zehntausende auf die Straße um für mehr Demokratie im Land zu kämpfen. Die größte Kundgebung fand in Madrid statt, wichtigster Punkt ist der zentrale Platz Puerta del Sol. Die Polizei lässt die Demonstranten gewähren.

Eigentlich wurden Demonstrationen dieses Wochenende durch die Wahlbehörde des Landes untersagt, denn man befürchtet Schwierigkeiten bei den Regional- und Kommunalwahlen am Sonntag. Daran halten will sich niemand. Laut der Zeitung El País kamen in der Nacht zum Samstag allein in Madrid 28.000 Demonstranten an der Puerta del Sol zusammen, hinzu kommen rund 5000 in Barcelona,  je 3000 in Bilbao und Palma und weitere in anderen spanischen Städten.

Die Demonstranten verbringen die Nächte auf der Straße. Manche haben Zelte aufgeschlagen, andere begnügen sich mit einem Schlafsack. Was als ein Aufbegehren der Jugend gegen die Perspektivlosigkeit im Land begann – immerhin sind 45 Prozent der 18- bis 25-jährigen Spanier ohne Arbeit – reicht inzwischen tiefer: Das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik ist dahin. Die jungen Demonstranten rufen das spanische Volk dazu auf, am Sonntag weder für Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapateros Sozialistische Partei noch für die oppositionelle konservative Partido Popular zu stimmen. Auch eine Reform des Wahlrechts, das derzeit die beiden großen Parteien bevorzugt, wird gefordert.

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