Gül: Hamas muss Existenzrecht Israels anerkennen

In einem am vergangenen Samstag veröffentlichten Interview mit dem "Wall Street Journal" hat der türkische Präsident Adullah Gül die Hamas dazu gedrängt, das Existenzrecht Israels anzuerkennen. Gleichzeitig lobte er US-Präsident Barack Obama. In seiner Grundsatzrede Ende letzter Woche forderte der eine palästinensische Staatsgründung auf Basis der Grenzen von 1967.

Anerkennung sprach Gül dem US-Präsidenten darüber hinaus für dessen Würdigung des arabischen Frühlings aus, der mit einem Schuldenerlass sowie der Zusage weiterer Hilfen für Ägypten und Tunesien einhergeht.

Gleichzeitig stellte er jedoch heraus, dass ein noch weit umfangreicherer „Marshall-Plan“ für den Nahen Osten nötig sei. Ein solcher Fonds, so führte Gül weiter aus, solle von der Weltbank verwaltet werden und durch Beiträge der Staaten in der Region sowie der traditionellen westlichen Geberländer finanziert werden.

Forderung Obamas nach Grenzen vor 1967 ist ein „wichtiger Schritt“

Im Verlauf des Interviews erklärte Gül zudem, dass Obama „nicht ganz Unrecht habe“, wenn er in seiner Rede davon spreche, dass man nicht erwarten könne, dass Israel mit einem Land verhandeln werde, dessen Existenz es noch nicht einmal anerkenne. Die Forderung hinsichtlich der Grenzen vor dem Sechstagekrieg 1967 halte er für einen „wichtigen Schritt“.

Darauf angesprochen, ob er in dieser Sache selbst schon Druck auf die Hamas ausgeübt habe, erklärte er: „Ich habe ihnen bereits dazu geraten.“ Er erinnerte an eine Sitzung des Jahres 2006 mit Khaled Mashaal in Ankara, und insbesondere daran, dass er dem Hamas-Führer riet, „du hast rational zu sein“ bezüglich der Anerkennung des Existenzrechts Israels. Er ist der Überzeugung, dass die Hamas die Grenzen von 1967 bereits anerkannt habe, er wolle jedoch, dass das gleichzeitig mit der Anerkennung Israels eine palästinensischen Staates geschehe.

Zwischen den USA und der Türkei war es in jüngerer Vergangenheit des Öfteren zu Unstimmigkeiten gekommen. Ankara hatte in letzter Zeit eine zunehmend aggressive Haltung gegenüber Israel eingenommen. Die Türkei hatte Israel aufgefordert, die Blockade des Gaza-Streifens zu beenden und darüber hinaus das Land des Völkermords beschuldigt.

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