Sohn von Ibrahim Tatlises: Erstes Interview seit dem Attentat

Im Interview mit der türkischen Zeitung "Hürriyet" erzählt Ahmet Tatlises, Sohn des türkisch-kurdischen Sängers Ibrahim Tatlises, von den Ereignissen nach dem versuchten Mordanschlag auf seinen Vater, über Details aus dessen Alltag in einer deutschen Klinik sowie über den Plan des Superstars, in die Politik zu gehen.

Probleme beim Reden habe er nicht, er singe sogar bereits jetzt schon wieder im Krankenhaus: „Er erledigt all seine Angelegenheiten, wie etwa auf die Toilette gehen, selbstständig. Er sitzt am Tisch und isst, steht auf und macht Spaziergänge. Er redet, lacht, hat viel Spaß. Er hatte zunächst Schwierigkeiten beim Bewegen seiner Finger, aber jetzt kann er sie mittlerweile alle bewegen.“

Und auch wenn die Ärzte noch vor zu viel scharfer Nahrung warnen, würde er sich bereits wieder von scharfem Kebab ernähren. Ahmet Tatlises: „Wir bringen sogar ‚Cigköfte‘ aus Istanbul mit. […] Letzte Woche hat er angefangen, Scharfes zu essen. Wenn Ibo wieder scharf isst, dann geht es ihm wieder ganz gut.“

Am meisten vermisse er natürlich das Singen und die Bühne: „Er ist auf der Bühne am glücklichsten. Dann vergisst er nämlich all seine Probleme.“

„Mir kommen immer wieder die Tränen“

Auf die Frage, wie sich die Ereignisse auf ihr Verhältnis ausgewirkt hätten, verrät Ahmet die starke Zuneigung zu seinem Vater: „Er ist mein Vater. […] Ich habe das erste Mal richtig Angst bekommen, mein Vater zu verlieren.“ Er habe sich nun entschieden, „nicht mehr von seiner Seite zu weichen“. Ahmet: „Er sagte mir: ‚Allah möge jedem so einen Sohn geben wie dich.‘ Mir kommen immer wieder die Tränen, wenn ich daran denke.“

Ahmet Tatlises ist der einzige, der Ibrahim Tatlises seit dem Attentat in Istanbul und in Deutschland ununterbrochen begleitet. Er lebt in einem Hotel in der Nähe. Zur Zeit des Interviews weilte Ahmet für zwei drei Tage in Istanbul, um ein paar Dinge zu erledigen, um dann aber sofort wieder nach Murnau bei München zu seinem Vater zurückzukehren. Selbst vermisse er vor allem seinen viereinhalb Monate alten Sohn: „Seit zweieinhalb Monaten bin ich kaum da. Um zu erfahren, was Vater-Sohn-Beziehungen für eine wichtige Rolle spielen, muss ich das wohl durchmachen.“

„In vier Jahren bin ich im Parlament“

Darüber, dass er als Abgeordneter nicht bei der AKP kandidieren konnte, sei Ibrahim Tatlises nicht traurig, da die Wahlen für ihn aufgrund seiner körperlichen Verfassung sicher zu anstrengend geworden seien. „Wird er wieder in der Politik aktiv werden?“, will der Interviewer wissen. Ahmet: „Er sagt: ‚In vier Jahren bin ich im Parlament.‘“

Hier Ibo bei einem denkwürdigen Auftritt in einer Harald Schmidt-Sendung von 1998, wo er von seinen türkischen Fans minutenlang frenetisch gefeiert wurde.

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