MHP wegen veröffentlichten Sex-Videos weiter unter Druck

Kurz vor den Wahlen am 12. Juni kämpft die Partei gegen Drohungen an und versucht, weiterhin die Stimmen und das Vertrauen der Wähler für sich zu gewinnen. Zwar wurde die Internetseite www.farkliulkuculuk.com, auf der die Sex-Videos veröffentlicht worden waren, inzwischen gesperrt. Unter der neuen URL http://1farkliulkuculuk.wordpress.com/verbreiten die Dissidenten jedoch weiterhin neuerliche Drohungen.

Weitere Veröffentlichungen von Sex-Videos sorgen für Unruhen in der rechtsnationalistischen Partei. Innerparteiliche Dissidenten der zweigrößten Oppositionspartei MHP wollten den Parteichef Devlet Bahceli mit Hilfe von Sex-Videos aus dem Amt drängen. Bahçeli weigerte sich und musste die Konsequenzen tragen: Sechs weitere MHP-Parteimitglieder gaben nun ihren Rücktritt bekannt.

Namentlich traten nun die Stellvertreter des Parteichefs Mehmet Ekici, Osman Cakir, Ümit Safak, Deniz Bölükbasi sowie der stellvertretende Generalsekretär Mehmet Taytak und der Generalsekretär Cihan Pacaci zurück. Die Abgeordneten waren auf kompromittierenden Videos zu sehen gewesen, die den Weg ins Internet gefunden hatten. Eine Gruppe, die sich „Farkli Ülkücülük“ nennt, hatte einen Rücktritt des Partei-Chefs Devlet Bahceli bis 18. Mai gefordert – andernfalls werde man weitere Sex-Videos veröffentlichen.

„Die MHP wird sich dem nicht beugen“

Doch Bahceli änderte nach dem ersten Video-Skandal seine Strategie und wollte dem Druck nicht nachgeben. Er sagte: „Wer ein Video, eine Aufzeichnung hat, soll es doch bitte via Internet ausstrahlen. Diese sollen 24 Stunden wie eine Serie laufen. Wir wollen alle gemeinsam sehen, was sie damit erreichen werden. Niemand soll daran zweifeln, die MHP wird alle Schwierigkeiten überstehen. Die MHP wird Konsequenzen ziehen und sagen: ‚Erst mein Land, mein Volk, dann meine Partei!‘ Nur eins kann die MHP nicht ertragen: Drohungen und Erpressungen. Die MHP wird sich dem nicht beugen. Ich werde von keinem meiner Abgeordneten, die in den Medien genannt werden, einen Rücktritt verlangen. Sie werden weiterhin ihren Aufgaben nachgehen. Ich übernehme die Verantwortung. “

Anfang des Monats waren bereits vier Mitglieder der Partei zurückgetreten, nachdem ähnliche Videos aufgetaucht waren. Einige der Politiker waren beim Sex in einem Haus zu sehen gewesen, das Parteimitglieder für außereheliche Affären genutzt haben sollen.

„Politische Attentats-Seite der AKP“

Mehmet Ekici sagte nach der Veröffentlichung des Videos, es tue ihm leid, sein Kampf beginne erst jetzt. Er fügte hinzu: „Die Entscheidung des Rücktritts von meinem Amt habe ich gemeinsam mit meiner Familie getroffen. Ich möchte nicht, dass meine Familie weiterhin darunter leidet.“

Die schärfste Äußerung kam jedoch vom Stellvertreter Deniz Bölükbasi. Dieser bezeichnete die Internetseite als „Politische Attentats-Seite der AKP“: „Hinter diesem Spiel steckt eine inländische und ausländische Macht. Die Wahrheit wird herauskommen.“ Er verlangte von den Wählern, das Vertrauen gegenüber der Partei nicht zu verlieren und sie weiterhin zu unterstützen.

Zuvor hatte die Internetseite die Namen der sechs Parteimitglieder genannt und ihnen gedroht, die Videos zu veröffentlichen, sollten sie nicht zurücktreten. Mittlerweile ist die Zahl der zurückgetretenen Abgeordneten auf zehn gestiegen. Diese Namen gehörten zum A-Team von Parteichef Devlet Bahceli. Ferner werden sie an den Wahlen im Juni nicht teilnehmen.

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