EHEC-Infektion: Weitere Todesfälle sehr wahrscheinlich

Die Anzahl der EHEC-Patienten steigt nach wie vor dramatisch an. Dem Robert-Koch-Institut (RKI) sind derzeit drei Todesfälle bekannt. Im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf rechnen die Ärzte nun mit weiteren Opfern des so genannten hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS), das durch den Ehec-Erreger verursacht wird.

Die Angst vor dem gefährlichen Darmvirus, der seit Anfang Mai vor allem in Norddeutschland grasiert, wächst. Allein in Hamburg sind aktuell 200 Fälle bekannt. Drei Patienten im Universitätsklinikum sind „schwer krank“. Während die Prognose für die 14 dort behandelten Kinder als positiv angesehen werden kann, müsste im Falle der 33 Erwachsenen damit gerechnet werden, dass man Patienten verlieren werde.

Auch das Robert-Koch-Institut, dem mindestens 140 schwerwiegende Fälle mit blutigem Durchfall und Nierenversagen bekannt sind, warnt: „Die Zahl der schweren Verläufe in einem kurzen Zeitraum ist sehr ungewöhnlich, auch die betroffenen Altersgruppen sind untypisch. Aktuell sind vor allem Erwachsene, überwiegend Frauen, betroffen.“ Noch immer seien die Forscher darum bemüht, die Infektionsquelle  zu ermitteln.

Rohgemüse gilt als mögliches EHEC-Übertragungsmittel

Dass die Erreger von rohem Fleisch oder Rohmilch stammen, gilt mittlerweile eher als unwahrscheinlich. Verstärkt rückt nun jedoch Rohgemüse als mögliches Übertragungsmittel in den Vordergrund. „Im Moment sieht es so aus, als wenn Salatbars, also vorbereitete Salatteile, eine Rolle spielen“, äußert die ärztliche Leiterin des Großlabors Medilys der Asklepios-Kliniken, Susanne Huggett, einen Verdacht. Das Robert-Koch-Institut geht in die gleiche Richtung. Eine Studie habe aufgezeigt, dass EHEC-Patienten deutlich häufiger Salat, Tomaten und Gurken gegessen hätten als gesunde Vergleichspersonen. Die Experten raten nun, vorsorglich auf diese Lebensmittel aus Norddeutschland zu verzichten.

Darmvirus-Stopp durch Einhaltung der Hygiene

Zuversichtlich gibt sich unterdessen Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe, der erklärt: „Wenn die Bürger jetzt die Hygiene-Empfehlungen einhalten, dann kann die schnelle Verbreitung des Ehec-Bakteriums gestoppt werden. Ich gehe davon aus, dass das gelingen wird.“ Insgesamt sind derzeit mehr als 600 Erkrankungsfälle registriert.

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