Türkische und arabische Unternehmer in die Pflicht nehmen

Mit einem Aufruf zur Ehrendeklaration reagiert der SPD-Europaabgeordnete Ismail Ertug auf einen Beitrag von Özlem Gezer in der Spiegelausgabe 21/2011. Der Politiker fordert türkische und arabische Unternehmer dazu auf, sich zur "Arbeit in Würde" zu verpflichten.

Gezer, der seinen Artikel mit „‚Legale Sklaverei‘: Bulgaren und Rumänen werden zur Problemgruppe in deutschen Städten. Die EU-Bürger leben in einer Schattenwelt. Übersieht der Staat die neuen Einwanderer?“, überschreibt löst bei Ertug Entrüstung aus.

„Die geschilderten Lebensbedingungen der Bulgaren und Rumänen sind unwürdig und erinnern mich an die Anfänge vieler türkischer Gastarbeiter in Deutschland“, so der SPD-Politiker in seinem darauf hin gestarteten Aufruf zur Ehrendeklaration. Leider scheine sich die Geschichte nun zu wiederholen.  Aus den einstigen Geknechteten würden zum Teil jetzt selbst Arbeitgeber und Vermieter, die Menschen einer anderen Nationalität ausbeuten.

Gelegenheit für ein Signal türkisch- und arabischstämmiger Unternehmer

Für den gebürtigen Amberger eine nicht hinnehmbare Situation. Er erklärt: „Ich fordere türkische und arabische Unternehmer und Arbeitgebervereinigungen auf, sich davon zu distanzieren. Jene, die damit nichts zu tun haben wollen, sollten eine Ehrendeklaration unterzeichnen, in der sie sich zu Arbeit in Würde verpflichten.“ Dies sei eine Selbstverständlichkeit, eine Gelegenheit für ein Signal: dass sich die Mehrheit der türkisch- und arabischstämmigen Unternehmer einem guten Miteinander in Deutschland verpflichtet fühlten.

Neue Facette in die deutsche Integrationsdebatte bringen

Dabei ginge ihm es eigentlich gar nicht darum, ausschließlich türkische oder arabische Unternehmer anzusprechen. So etwas sollte seiner Meinung nach für alle Unternehmer in Deutschland gelten. „Der Grund warum ich explizit türkische und arabische Unternehmer in die Pflicht nehmen will, liegt zum einen daran, dass sie dadurch eine neue Facette in die deutsche Integrationsdebatte bringen können und zum anderen aus der vermeintlichen Opferrolle entsteigen und selbst ethische, moralische und gesellschaftspolitische Trends setzen können.“

Er ist der Auffassung, dass ein solches Vorgehen auch den Blick der Mehrheitsgesellschaft auf diese beiden Communitys positiv schärfen und beweisen könne, dass sie mittlerweile ein unverzichtbarer Bestandteil unserer pluralen Gesellschaft darstellten.

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