Mit dem Freiheitszug quer durch die Türkei reisen

Vom 10. Mai bis 10. Juni fährt der Freiheitszug quer durch die Türkei um im Dienste der Presse- und Meinungsfreiheit zu informieren und Informationen zu sammeln.

Hürriyet Hakkimizdir Treni heißt er, Freiheitszug. Am 10. Mai 2011 hat er zum bisher dritten Mal seine Türkei Reise, quer durch das Land, begonnen. Startpunkt war Ankara, am 10. Juni soll er schließlich Istanbul erreichen. Der Freiheitszug ist ein gemeinsames Projekt der Bahngesellschaft TCDD und der türkischen Tageszeitung Hürriyet. Das Motto der vergangenen Jahre war einmal Menschenrechte, 2008 und einmal Kinderrechte, 2009.

Diesmal stehen zwei Ziele im Vordergrund: Informieren und Informationen sammeln. Der Zug soll zum einen für Freiheitsrechte werben – deshalb steigen auch immer wieder Journalisten und andere Intellektuelle zu – zum anderen sind Seminare, Workshops, Kindertheateraufführungen und Diskussionen geplant. Auch ein Austausch mit dem Volk ist erwünscht: Man will herausfinden, was die Leute sich von der nächsten Regierung erwarten – denn die nächsten Parlamentswahlen finden am 12. Juni statt, zwei Tage nach Reiseende.

Während der 32-tägigen Türkei Reise wird der Zug etwa 594 Stunden unterwegs sein und 8.054 Kilometer Strecke zurücklegen – quer durchs Land, vom asiatischen in den europäischen Teil – mit Halt in 25 Provinzen.

Für Presse- und Meinungsfreiheit quer durch die Türkei reisen

Die Türkei ist ein modernes Land mit einem starken Wirtschaftswachstum. Was es allerdings immer wieder zu bemängeln gibt, ist eine Verletzung der Menschenrechte. Besonders bezogen auf die Presse- und Meinungsfreiheit erntet die Türkei immer wieder Kritik aus den europäischen Nachbarländern. 68 Journalisten sind momentan inhaftiert, 45 davon bereits verurteilt. Vor allem der Fall Ahmet Sik hat Aufsehen erregt: Der Journalist wurde im Zusammenhang mit Ergenekon am 3. März 2011 festgenommen und sein unveröffentlichtes Manuskript „Die Armee des Imam“ verboten.

Außerdem ist ab 22. August 2011 ein Internetfilter geplant, der vermeintlich anstößige Seiten blockiert. Die Einführung dieses Filters wurde im In- und Ausland von vielen Seiten als Zensur und Beschneidung der Informationsfreiheit angeprangert. All dem will der Freiheitszug auf positive Weise entgegen stehen.

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