EHEC nun auch in Berlin angekommen: Neun schwere Fälle

Binnen eines Tages hat sich die Anzahl der EHEC-Infizierten in der Bundeshauptstadt mehr als verdoppelt. Statt zwölf gibt es nun 26 EHEC-Fälle. Neun weitere Patienten leiden am gefährlichen Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS).

Eine Sprecherin der Gesundheitsverwaltung gab am Dienstagnachmittag den drastischen Anstieg der Erkrankungen bekannt. Diesen wollte sie jedoch vor allen Dingen mit einer möglicherweise wegen des vergangenenen Wochenendes noch nicht erfolgten statistischen Erfassung der Betroffenen erklärt wissen. Darüber hinaus sei bei fünf der neuen EHEC-Fälle lediglich der Erreger nachgewiesen worden. Die Krankheit sei allerdings noch nicht ausgebrochen.

Neben diesen Fällen liegen derzeit neun Schwererkrankte in Berliner Krankenhäusern. Sie werden wegen des Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS), das im schlimmsten Fall tödlich enden kann, behandelt. Auch hier kletterte Zahl von acht auf nun neun Personen. Daneben werden nun auch Patienten aus anderen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg auf Grund von Kapazitätsengpässen in die Hauptstadt verlegt.

Fast 600 EHEC-Infektionen in Hamburg bekannt

Die Suche nach dem EHEC-Erreger geht unterdessen fieberhaft weiter. Nachdem der Verdacht zunächst auf spanische Gurken fiel, müssen die Forscher nun in andere Richtungen denken. Bundesweit wurden mittlerweile 15 Todesälle verzeichnet. Ein Opfer verstarb in Schweden. Die niedersächsische Integrations- und Gesundheitsministerin Aygül Özkan hofft allerdings, „dass der Gipfel der Erkrankungswelle überschritten ist“. In der gesamten Bundesrepublik gibt es derzeit 1500 Menschen, bei denen EHEC vermutet wird oder bereits nachgewiesen wurde. In Hamburg sind 569 EHEC-Infektionen oder EHEC-Verdachtsfälle bekannt. Schleswig-Holstein zählt 360 EHEC-Infektionen, davon 120 HUS-Fälle. In Niedersachsen gibt es mindestens 264 Verdachtsfälle. Nachweislich 128 Menschen sind in Nordrhein-Westfalen infiziert. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 92 EHEC-Infektionen.

Ob Epidemie-Gipfel überwunden wurde, ist nicht sicher

„Ob die Epidemie bereits wieder abflaut, ist nicht sicher. Die Zahl der HUS-Fälle deutet aber darauf hin. Das bisherige Erkrankungsmaximum wurde am 19. Mai mit 34 Fällen erreicht“, meldet das Deutsche Ärzteblatt. Zwischen 13. und 22. Mai habe die tägliche Fallzahl bei mindestens 17 bis maximal 34 Fällen gelegen. Seit dem 23. Mai läge die HUS-Fallzahl bei weniger als 15 Fällen pro Tag, wobei die Fallzahlen aufgrund von Nachmeldungen noch steigen könnten. Demnach sei nicht ganz sicher, dass der Gipfel wirklich überwunden wurde. Dem Robert-Koch-Instituts (RKI) sind seit Anfang Mai 796 Erkrankungen an enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) mitgeteilt worden.

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