PKK-Terror: Ägyptische Zustände im Türkei Urlaub?

Der Kurden-Konflikt in der Türkei könnte bald in einem Bürgerkrieg enden. Dies würde negative Konsequenzen für den Tourismus ergeben – immerhin einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes. Was bedeuten die PKK-Aktionen für Ihren Türkei Urlaub?

Kürzliche gewaltsame Ausschreitungen in Istanbul stellen bislang den Höhepunkt der Gewalt dar: Hunderte gewaltbereite Demonstranten marschierten durch die Straßen und lieferten sich Kämpfe mit der Polizei. Der Auslöser hierfür war die Tötung von 12 PKK-Terroristen durch türkische Streitkräfte.

Die PKK, die Arbeiterpartei Kurdistans, ist eine kurdische Untergrundbewegung, die gewaltsam für eine politische Autonomie kurdisch besiedelter Gebiete in der Türkei kämpft. Wenn die türkische Regierung nicht bald den Krisenherd in den Griff bekommt, könnten dem Land die Touristen ausbleiben – wie etwa in Ägypten. Die Ängste der Urlauber vor Türkei Reisen sind nicht ganz unbegründet: Untergrundorganisationen der kurdischen Rebellengruppe PKK haben bereits mehrfach mit gezielten Anschlägen auf Touristen im Türkei Urlaub gedroht.

Nicht nur gefährlich, sondern auch ärgerlich könnte es für viele Urlauber werden, die bereits seit langem ihre Türkei Reise gebucht haben, denn die Türkei ist dieses Jahr ein besonders beliebtes Reiseziel. Das liegt unter anderem daran, das die Unruhen in Ägypten und Tunesien zu zahlreichen Umbuchungen führten. Wer möchte schon in ein Land reisen, in dem man sich nicht sicher fühlen kann? Die Türkei bot da eine ideale Alternative, denn das Preis-Leistungsverhältnis ist dem in Ägypten sehr ähnlich. Sollte es in der Türkei nun zu ägyptischen Zuständen kommen, wäre all das Umbuchen umsonst gewesen.

Sicherheitsempfehlungen für den Türkei Urlaub

Das Auswärtige Amt empfiehlt den Osten und Südosten des Landes zu meiden. Es liegen zwar aktuell keine konkreten Gefährdungshinweise vor, aber es kommt dort häufig zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der PKK und türkischen Sicherheitskräften. Bei Türkei Reisen in den Osten und Südosten ist zudem mit starken Behinderungen aufgrund von Straßenkontrollen und Militärbewegungen zu rechnen.

Auf der Homepage des Auswärtigen Amts ist zu lesen: „Der türkische Generalstab hat sechs Gebiete in den Provinzen Siirt, Sirnak, Mardin und Hakkâri – insbesondere das Gebiet südöstlich von Hakkâri entlang der Grenze zum Irak (in den Bergen, um und zwischen Sirnak und Hakkari befinden sich mehrere Sperrzonen) sowie nordwestlich von Diyarbakir und südöstlich der Ortschaft Cizre (Dreiländereck Türkei – Syrien – Irak) – zu zeitweiligen Sicherheitszonen und militärischen Sperrgebieten erklärt, deren Betreten bis auf Weiteres grundsätzlich verboten ist und die einer strengen Kontrolle unterliegen.“

Vor andere Landesteilen wird nicht explizit gewarnt und Türkei Reisen steht demnach nichts im Wege. Die Sicherheitsvorkehrungen sind dennoch landesweit auf hohem Niveau. Bislang lässt sich davon niemand abschrecken. Familien sind in diesem Jahr viel reisefreudiger als 2010, die Krise ist überwunden. Die Türkei ist bei den Urlaubszielen ganz vorne mit dabei. Was die Kurden-Problematik betrifft, gibt es Hoffnung auf eine baldige Besserung der Lage. Durch den wirtschaftlichen Fortschritt in der Türkei und die Verbesserung vieler Bildungsangebote könnten die Menschen von selbst von der Gewalt abkehren. Die Wahlen am 12. Juni werden zudem den weiteren Weg ebnen.

Inzwischen haben die kandidierenden Parteien sich zur Kurdenfrage geäußert: Die Regierungspartei AKP konnte im Rahmen der letzten Wahlen die Sympathie der kurdischen Bevölkerung gewinnen, indem eine Initiative gestartet wurde, um die seit langer Zeit bestehende Kurdenproblematik zu lösen. Doch diese Sympathien wurden wieder verspielt, als Premierminister Erdogan erklärte, es gäbe “kein Kurdenproblem, sondern nur Probleme kurdischer Leute”.

Die größte Oppositionspartei CHP wiederum näherte sich mit der neuen Führung den Kurden an, während sie noch in den letzten Jahren von den Kurden gemieden wurde da sie deren Probleme geleugnet hatte. Der CHP-Chef Kemal Kılıçdaroğlu erhielt bei seiner Rede sogar von wesentlich mehr Menschen Zuspruch als zwei Tage zuvor noch Premierminister Erdogan bei seiner Wahlveranstaltung. Allerdings wurden einige der Zugeständnisse an die kurdische Bevölkerung schon wieder zurück gezogen. Wer auch immer als Sieger aus der Wahl hervorgeht, wird sich mit der Kurdenfrage befassen müssen – damit könnten die gewalttätigen Ausschreitungen endlich ein Ende finden.

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