PKK-Terror: Gefährden Bomben den Tourismus in der Türkei?

Die Anschläge der PKK gefährden die Sicherheit in der Türkei. Reisende im Türkei Urlaub müssen deshalb aber nicht ihre Pläne umwerfen. Im Wahlkampf bemühen sich die Parteien auch um eine Lösung des Kurdenkonflikts.

Erst eine Fahrradbombe an einer Bushaltestelle in Istanbul, bei der acht Menschen verletzt wurden, dann ein Brandanschlag auf ein türkisches Internat mit drei schwer verletzten Kindern – zuletzt ein Anschlag auf ein Mädchen-Studentenwohnheim. Kurdische Separatisten lassen ihre Macht spüren und verbreiten gezielt Angst und Schrecken in der Türkei. Am 12. Juni stehen die Wahlen in der Türkei an. Im Vorfeld werden die Forderungen der Kurden nach Autonomie immer lauter. Weitere Aktionen wurden angekündigt. Was bedeutet das  für die Sicherheit im Land? Ist ein Türkei Urlaub noch empfehlenswert?

Der erste Sprengsatz, in Istanbul detonierte in einem belebten Einkaufsviertel – und das mitten im morgendlichen Berufsverkehr. Zwar gab die Polizei an, es habe sich um eine Bombe mit relativ geringer Sprengkraft gehandelt, so dass niemand ums Leben kam, aber dennoch steht außer Frage, dass die kurdischen Terroristen zivile Opfer nicht nur in Kauf nehmen, sondern sogar gezielt suchen, um ihren Forderungen Druck zu verleihen. Eine Frau verlor etwa ihr Bein, eine andere erlitt schwere Verbrennungen im Gesicht.

Das privat geführte Jungeninternat  in der Stadt Cizre war nach einer nicht genehmigten Kundgebung mit Molotow-Cocktails angegriffen worden. Durch das schnelle Handeln der Einwohner konnte der dadurch entstandene Brand schnell eingedämmt werden. Dennoch wurden vier Kinder verletzt – drei davon schwer. Die PKK habe das Internat schon seit längerem verbal bedroht, teilte dessen Leiter mit.

Im Falle des Mädchen-Wohnheims auf dem Campus der Dicle Universität bei Diyarbakir, ist eine selbstgebastelte Bombe in der Hand einer Studentin in die Luft gegangen. Diese hat sich dabei verletzt und befindet sich im nahe gelegenen Krankenhaus in Behandlung. Der oder die Täter sind noch nicht ermittelt, allerdings kann man anhand des Vorgehens und auch der Lage des Anschlagsziels von einem weiteren Anschlag der PKK ausgehen – denn es wäre nicht das erste Mal, dass die Stadt Diyarbakir eine Rolle im Kampf um die Autonomie gespielt hat.

PKK-Gewalt keine unmittelbare Gefahr für Türkei Urlaub

Doch übertriebene Sorge scheint unangebracht. Das Auswärtige Amt teilt auf seiner Homepage mit: „Die Gefahr, Opfer eines Anschlages zu werden ist im Vergleich zu anderen Risiken, die Reisen ins Ausland mit sich bringen, wie Unfällen, Erkrankungen oder gewöhnlicher Kriminalität, vergleichsweise gering.“ Reisewarnungen bestehen für Länder wie Syrien oder Libyen, nicht jedoch für die Türkei.  Die PKK-Aktionen der letzten Zeit haben sich gegen die türkische Bevölkerung gerichtet und stellen nach wie vor ein Problem für die Sicherheit des Landes dar, Reisende im Türkei Urlaub waren davon nicht betroffen. Dennoch sollte man natürlich Vorsicht walten lassen und Gegenden in denen die PKK besonders aktiv ist besser meiden.

Einschätzungen zufolge wird die AKP unter Ministerpräsident Tayypip Erdogan bei den bevorstehenden Wahlen zum dritten Mal in Folge als stärkste Partei hervorgehen. “Das Kurdenproblem existiert in diesem Land”, stellte Erdogan aktuell bei einer Rede auf dem İstasyon Platz heraus. Für die Zeit nach den Wahlen am 12. Juni sicherte er eine Lösung des Kurdenproblems zu, einige Schritte seien bereits eingeleitet. Auch eine neue Verfassung soll es geben. “Wir werden dieses Problem gemeinsam lösen”, so Erdogan.

Die PKK kämpft bereits seit einem viertel Jahrhundert für eine Autonomie der Kurden. Über 40.000 Menschen kamen bislang bei Ausschreitungen ums Leben.

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