Kappadokien: Leben in gewaltigen Höhlensystemen

Nicht von Steinzeit und Höhlenmenschen ist die Rede, sondern von einer ganz besonderen Landschaft in Zentralanatolien in der heutigen Türkei. Die Menschen haben sich hier den Felsen aus Vulkangestein bemerkenswert gut angepasst, Aushöhlungen genutzt und eigene geschaffen. Noch heute sind einige Höhlen zumindest zeitweise bewohnt.

Für Reisende im Türkei Urlaub ist die Kappadokien ein atemberaubendes Erlebnis, denn hier beeindrucken nicht nur die vor Millionen von Jahren natürlich entstandenen gewaltigen Formationen, sondern auch, wie der Mensch sich diese zunutze machte. Die Landschaft Kappadokien umfasst hauptsächlich die türkischen Provinzen Nevsehir, Nigde, Aksaray, Kirsehir und Kayseri.

Im Ort Göreme beispielsweise, der sich inmitten eines riesigen Nationalparks befindet und Teil des Weltkultur- und Naturerbes der UNESCO ist, finden sich die ausgeprägten Tuffsteinformationen für die die Gegend berühmt ist. Tuffstein besteht aus Überresten vulkanischer Aktivität. Er entsteht bei explosiven Ausbrüchen und bietet die Grundlage für eine ganz besondere Architektur: Höhlenwohnräume. Göreme, mit gerade mal 2000 Einwohnern, ist einer der bekanntesten Orte der Region. Das bringt den Vorteil, dass man bei seinem Türkei Urlaub nichts missen muss, da man hier auf Tourismus eingestellt ist. Man kann hier zum Beispiel in einem Höhlenhotel nächtigen, das jeglichen Luxus bietet, den man auch in einem normalen Hotel vorfindet. Empfehlenswert ist auch eine Heißluftballonfahrt, bei der man die Felsenlandschaft von oben betrachten kann. Der Nachteil ist, dass man es eben mit vielen Touristen zu tun hat und schwerlich Ruhe finden wird. Jeder muss also selbst entscheiden, ob er das gut erschlossene Göreme wählt oder lieber einen der unbekannteren Orte der Region.

Türkei Reisen unter die Erde: Die unterirdischen Städte von Kappadokien

Tuffstein ist weich und relativ gut zu bearbeiten. Vermutlich haben bereits in der Bronzezeit (ca. 2200 bis 1200 v. Chr.) Menschen Höhlen geformt und diese als Wohn- und Lagerräume genutzt. Später wurden sie zu ganzen Städten ausgebaut. Natürlich boten die Felsen auch Schutz und Rückzug vor Feinden oder schwierigen Wetterverhältnissen. Später kamen christliche Einsiedler, die sich in den Felsformationen vor der Welt zurückzogen. Sie verbargen sich hauptsächlich in schon vorhandenen Aushöhlungen. Doch die christliche Gemeinde wuchs und viele kamen ebenfalls in diese felsige Gegend. Als Schutz vor Überfällen, etwa durch die Hunnen, die Perser oder die Araber, zogen sie sich weiter in die Felsen zurück, oder begaben sich sogar unter die Erde, wo sie ganze Städte ausbauten.

Die Eingänge der unterirdischen Städte waren hinter durch Sträucher getarnt, hinter Steinen verborgen und von außen nur schwer zu öffnen. Auch Nahrungsmittel waren in der Tiefe vor dem Wetter und Dieben geschützt. Bis zum elften Jahrhundert wurden auch ungefähr 3000 Kirchen und unzählige Klosterräume aus den Felsen geschlagen. Als die Region unter türkische Vorherrschaft geriet, wurden die ehemals christlichen Räume von Bauern zweckentfremdet und umgebaut. Heute sind die meisten Höhlen unbewohnt. Manche werden aber noch immer, besonders im Sommer, auf Grund ihrer angenehmen Kühle genutzt.

Derinkuyu: Eine Entdeckungsreise im Türkei Urlaub

Eine der bekanntesten dieser unterirdischen Städte ist, neben Kaymakli, Derinkuyu (dt.: „tiefer Brunnen“), es werden aber noch gut 50 weitere vermutet. 36 wurden bislang entdeckt, doch nicht alle davon sind der Öffentlichkeit zugänglich. Derinkuyu wurde 1963 zufällig entdeckt und seitdem wurden acht Stockwerke freigelegt. Die Fläche beträgt ca. 2500 Quadratmetern, der tiefste zugängliche Punkt liegt 55 Meter unter der Oberfläche. Experten vermuten, dass erst ein Viertel der ursprünglichen Anlage freigelegt wurde.

Die oberen Stockwerke waren Wohn-und Schlafräume, außerdem gab es eine Weinpresse und einen Klosterkomplex. Es existieren sogar Hinweise auf Haustiere, die hier unterirdisch gehalten wurden. Die unteren Stockwerke bestanden aus Versammlungs- und Lagerräumen sowie einem Kerker. Dazu kommen einige Kirchen, wie die sogenannte „Kleeblatt-Kirche“ im siebten Stockwerk, die in Form eines Kreuzes angelegt ist. Diese ist ganze 25 Meter lang, zehn Meter breit und drei Meter hoch. hat eine Länge von 25 Metern, eine Breite von zehn Metern und eine Höhe von drei Metern – enorme Ausmaße für einen unterirdischen Sakralbau.

Ein Gegenstück zu den unterirdischen Städten bilden die Burgberge. Hierbei handelt es sich um 60 bis 90 m hohe Felsen, die von hunderten von Gängen und Räumen durchzogen sind. Auf Grund von Erdbeben liegen heute Teile davon frei. Gut 1000 Menschen fanden hier Zuflucht. Wer im Türkei Urlaub die Landschaft Kappadokien erkundet, sichert sich ein unvergessliches Erlebnis.

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