EHEC: Flaut die Welle der Neuinfektionen ab?

Wie Reinhard Brunkhorst, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie, am Freitag mitteilt, würde sich die Lage hinsichtlich der EHEC-Neuinfektionen etwas beruhigen. Unterdessen gelang es Forschern, das Erbgut des E.coli-Keims zu entschlüsseln.

Am Freitag scheint sich ein Hoffnungsschimmer im Kampf gegen EHEC abzuzeichnen. Die Zahl der Neuinfektionen sinkt offenbar. Die Lage beruhige sich wohl etwas, was die Zahl der Neuinfektionen angehe, erklärte der Präsident der Gesellschaft für Nephrologie, Professsor Reinhard Brunkhorst in Hamburg. Allerdings, so schränkte er ein, hätte es auch vorher schon Hinweise auf ein Abflauen der Welle gegeben, die Infektionen hatten dann wieder zugenommen. Nun, da das Erbgut des Erregers entziffert ist, zeigen sich die Forscher optimistisch, bald Hinweise zur Verhinderung weiterer Infektionen zu erhalten.

Bisher unbekannte Kombination zweier Erreger

Schon am Donnerstag meldet die Weltgesundheitsorganisation WHO, dass ein neuer Stamm von E. coli-Bakterien für die vielen Darminfektionen in Deutschland verantwortlich sei. Mittlerweile ist klar: Es handelt sich um eine besonders aggressive Kombination aus zwei Erregern, die bisher noch nicht wissenschaftlich beschrieben wurde. Diese zeigen sich nicht nur ausgesprochen resistent gegenüber Medikamenten. Bereits eine geringe Anzahl von Keimen genügt für eine Ansteckung. Das fanden deutsche und chinesische Experten am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) heraus.

Hygiene- und Lebensmittelregeln gelten weiter

Ob eine neue Antikörper-Therapie mit „Eculizumab“ für schwer erkrankte Patienten hilreich ist, steht allerdings noch in Frage. „Wir haben bisher kein eindeutiges Bild“, erklärte hierzu Reinhard Brunkhorst weiter. Man hätte es schließlich mit einer der größten durch Bakterien verursachten Epidemien in Deutschland der letzten Jahrzehnte zu tun. Bis hierzu eine gesicherte Datenlage vorliegt, werde es wohl noch einige Wochen dauern. Weiterhin gelte daher: Bis die Ursache für die Ausbreitung des Erregers gefunden sei, sollte sich strikt an die Empfehlung des Robert Koch-Instituts halten werden, Tomaten, Gurken und Blattsalate nicht roh zu essen.

Aktuell gibt es in Deutschland mehr als 2.000 bestätigte EHEC-Infektionen und Verdachtsfälle. Rund 500 Patienten leiden an der schweren Komplikation hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS). Es ist von mindestens 18 Toten die Rede.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.