Heiße EHEC-Spur: Lübecker Lokal unter dringendem Verdacht

Erst zum Wochenende hin gelang es Forschern am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) das Erbgut des gefährlichen E.coli-Keims zu entschlüsseln. Jetzt gibt es eine weitere heiße Spur in Richtung Ursprung.

Nach dem Besuch eines Lübecker Restaurants sind 17 Menschen  erkrankt. Experten des Robert-Koch-Instituts und des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind in der Zwischenzeit vor Ort eingetroffen. Untersuchungen wurden eingeleitet. Sie erhoffen sich durch die  Aufschlüsselung der Lieferantenkette nun den entscheidenden Hinweis zu erhalten, wie der Erreger in Umlauf gekommen ist. Das berichteten die „Lübecker Nachrichten“ unter Berufung auf das Kieler Verbraucherschutzministerium.

Das Lübecker Restaurant selbst trifft keine Schuld

Das Blatt zitiert Professor Werner Solbach, Mikrobiologe am Universitätsklinikum Lübeck, der noch einmal betont: „Das Restaurant trifft keine Schuld, allerdings kann die Lieferantenkette möglicherweise den entscheidenden Hinweis geben, wie der Erreger in Umlauf gekommen ist.“ Erstmals gibt es hier einen direkten Zusammenhang zwischen Essensaufnahme und Erkrankung.

Die betroffenen EHEC- und HUS-Patienten, die unterschiedlichen Gruppen angehörten, haben das Lokal zwischem dem 12. und 14. Mai besucht. „Bislang wissen wir von acht, teilweise sehr schweren Fällen. Eine Teilnehmerin aus Nordrhein-Westfalen ist verstorben“, sagt Dieter Ondracek, Bundesvorsitzender der Deutschen Steuergewerkschaft in Berlin. Auch ein Kind aus Süddeutschland, das im Rahmen einer Familienfeier zu Gast war, ist mittlerweile erkrankt.

Schnelle Ergebnisse sind jetzt allerdings nicht zu erwarten: Die eingeleiteten Untersuchungen werden von den Experten, trotz größtmöglicher Kooperation der Gastronomen, als „Sisyphusarbeit“ bezeichnet.

Steckt ein Anschlag hinter der EHEC-Seuche?

Da die Experten nun seit Wochen im Dunkeln hinsichtlich Quelle und Erreger tappen, öffnet sich derzeit auch immer mehr Raum für Spekulationen. „Es kann durchaus sein, dass ein Schwachkopf unterwegs ist und denkt, ich bringe mal ein paar Leute um oder verpasse 10 000 Leuten Durchfälle. Das aus dem Blickfeld zu nehmen, halte ich für einen Fehler und geradezu fahrlässig“, erklärt etwa der Chefarzt für Hygiene an den Vivantes-Kliniken in Berlin, Klaus-Dieter Zastrow. Einen terroristischen Hintergrund schließt er mangels Bekennerschreiben allerdings aus.

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