Kirchentag: Angela Merkel verteidigt EU-Flüchtlingspolitik

Am Samstag ist Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem 33. Evangelischen Kirchentag in Dresden zu Gast gewesen. Sie sprach zum Thema "Braucht die Welt eine neue Weltordnung?".

In ihrer Ansprache während des dritten Veranstaltungstages prangerte die Bundeskanzlerin vor knapp 5000 Zuhörern die Verfolgung von Christen in aller Welt an. Sie mahnt: Es sei nicht akzeptabel, dass Menschen wegen ihres Glaubens benachteiligt und verfolgt würden. Stattdessen forderte Merkel zu mehr Dialogbereitschaft der Religionen auf. Konkret erklärte sie: „Da reichen wir als Christen die Hand allen anderen Religionen zu einem Dialog. Aber wir erwarten auch, dass das, was bei uns zu Hause selbstverständlich ist, auch für alle anderen Christen in allen Ländern dieser Welt gilt.“

Den Menschen vor Ort Hilfe anbieten

Hinsichtlich der Abschiebung tunesischer Flüchtlinge signalisierte die Kanzlerin Verständnis. Zwar würde Deutschland aus humanitären Gründen immer Menschen aufnehmen, die politisch verfolgt würden. Hier gestalte sich die Lage allerdings anders: Tunesien habe sich gerade aus seiner Diktatur befreit. Die Menschen, die jetzt kämen, würden nicht kommen, weil sie verfolgt würden, sondern weil sie hier bessere wirtschaftliche Perspektiven sehen würden. „Das kann nicht der Weg sein.“

Merkel plädierte für eine Hilfe des Volkes direkt vor Ort. In ihren Augen wäre es das falsche Signal alle nach Europa einzuladen. Ein Zurückschicken von Flüchtlingen in ihr Heimatland, sobald sich dort die politische Lage normalisiert habe, erachtete sie ebenso als richtig.

Der 33. Evangelische Kirchentag, zu dem weit über 100.000 Menschen nach Dresden gekommen waren, geht am Sonntag mit einem großen Gottesdienst zu Ende. Dazu werden auf den Elbwiesen erneut rund 100.000 Gläubige erwartet.

http://www.youtube.com/watch?v=Mgy-qqIr2Uw

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