EHEC-Infektionen: Engpässe in einigen Krankenhäusern

Der Kampf gegen EHEC wird zu einer Belastungsprobe vor allem für norddeutsche Krankenhäuser. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat nun bestätigt: der EHEC-Erreger hat in manchen Krankenhäusern Engpässe bei der Versorgung der Bevölkerung entstehen lassen. Für Mittwoch soll ein Krisengipfel geplant sein.

Die Lage spitzt sich immer mehr zu: Mittlerweile wurde bei mehr als 2000 Menschen in der gesamten Bundesrepublik der Erreger nachgewiesen. Mindestens 520 Patienten leiden an dem lebensgefährlichen HU-Syndrom (HUS). 18 Menschen sind bereits gestorben.

Kapazitätenausgleich durch Umverteilung

Bahr erklärte hierzu: „Wir haben bei der Krankenversorgung eine angespannte Lage.“ Er sieht die Lösung in einer Umverteilung der Patienten. So könne man fehlende Kapazitäten – wie zum Beispiel in den Städten Hamburg und Bremen – durch freie Plätze in den umliegenden Krankenhäusern ausgleichen.

Der Bundesgesundheitsminister ist am Sonntagnachmittag im  Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zu Gast, um sich dort einen genauen Überblick über die Versorgung der mit dem Darm-Bakterium EHEC infizierten Patienten verschaffen. Entwarnung kann der Minister bisher allerdings nicht geben. „Die neuesten Untersuchungen bestätigen, dass sich die Gefahr auf rohe Gurken, Tomaten und Blattsalate eingrenzen lässt.“

Heiße EHEC-Spuren liefen ins Leere

Noch immer liegen Quelle und Verbreitungswege des Bakteriums im Dunkeln. Nachdem die Experten zunächst von einer „heißen Spur“ in Richtung eines Lübecker Restaurants ausgingen, wurde diese Meldung später vom Kieler Landwirtschaftsministerium dementiert. Später hieß es, das Berliner Robert Koch-Institut konzentriere sich auf das Geburtstagsfest des Hamburger Hafens Anfang Mai. Auch diese Nachricht wurde im Verlauf des Samstags dementiert. Das RKI erklärte, Großveranstaltungen seien kein Ausbruchsort der EHEC-Welle. Die Hamburger Gesundheitsbehörde betonte, selbst bei Inkubationszeiten von etwa zehn Tagen sei der Verlauf der akuten Krankheitswelle zeitlich nicht mit dem Hafenfest in Verbindung zu bringen.

Jetzt soll es am kommenden Mittwoch einen EHEC-Krisengipfel mit Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner und den Gesundheits- und Verbraucherschutzministern der Länder geben.

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