Kirchentag: Bürger sollen sich stärker beteiligen

Mit einem Abschlussgottesdienst am Elbufer in der Innenstadt ist der 33. Evangelische Kirchentag in Dresden zu Ende gegangen. Rund 120.000 Menschen versammelten sich am Vormittag, um die größte Veranstaltung seit 16 Jahren auch mit einer politischen Botschaft zu beschließen.

Der Kirchentag in Dresden, auf dem am vergangenen Samstag auch Bundeskanzlerin Merkel sprach, geht nach Ansicht von Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckhardt (Grüne) auch mit einer politischen Botschaft an die Welt zu Ende.

Die Menschen in der sächsischen Landeshauptstadt hätten während der vergangenen fünf Tage deutlich gemacht, „dass sie sich als Bürgerinnen und Bürger ernst genommen fühlen wollen“. Sie wollten keine Demokratie von oben, sondern eine Demokratie des Alltags, in der sie tatsächlich beteiligt würden. „Aus dem Wutbürger ist ein Mutbürger geworden“, der sich stärker an wichtigen Entscheidungen beteiligen sollte. „Fragt uns, diskutiert fair, hört auf kluge Einwände, bevor ihr große Entscheidungen trefft, zu Bahnhöfen, zu Flughäfen, zu Kraftwerken und Krankenversicherungen“, sagte in Richtung der rund 120.000 Zuhörer.

Daneben rief sie die Anwesenden dazu auf, allen Menschen zu helfen, die unter Kriegen leiden und Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen. Zur Wertediskussion in Deutschland erklärte die Kirchentagspräsidentin, Deutschland brauche „eine andere Maßeinheit für Wachstum, eine andere Definition für Erfolg, eine neue Form des Zusammenlebens“

Christen müssen nicht politisch oder fromm sein

Die Bundestagsvizepräsidentin appellierte in ihrem Schlusswort die politische und die spirituelle Dimension des Christentums nicht gegeneinander auszuspielen. Christen sollten sich nicht einreden lassen, „entweder noch politischer oder aber noch frommer“ zu werden. „Wir sind beides, und haben vor, es zu bleiben“, stellte sie heraus und formulierte als „Botschaft“ des Kirchentags Aufrufe zur Barmherzigkeit „mit der Schöpfung, denn sie erträgt nicht alles“, mit den Fremden und Asylsuchenden, mit den Andersglaubenden, aber auch „mit Euch selbst, gebt Gott Raum in eurem Herzen“.

Zuvor warnte die Frankfurter Pfarrerin Ulrike Trautwein in ihrer Predigt vor falschen Versprechungen. Nur allzu oft in der Geschichte hätten sich Menschen eingebildet, sie könnten das Reich Gottes auf Erden selber schaffen. Gleichzeitig betonte sie aber auch: „Mitten unter uns ist noch viel möglich. Die Welt geht nicht einfach den Bach runter.“ Auch die Art wie wir wirtschafteten und mit internationalen Konflikten umgehen würden sei nicht alternativlos.

Nächster Kirchentag 2013 in Hamburg

Die Zusammenkunft unter der Losung „… da wird auch dein Herz sein“ zählte rund 118.000 Dauerteilnehmer und mehrere zehntausend Tagesgäste. Der nächste Evangelische Kirchentag findet 2013 in Hamburg statt. Bereits vom 16. bis 20. Mai 2012 wird der 98. Deutschen Katholikentag  in Mannheim gefeiert.

Hier gibt es die ersten Stimmungen:
http://www.youtube.com/watch?v=8OzBHqxMB5A

Mehr zum Kirchentag finden Sie hier in unserer Übersicht.

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