EHEC-Suche: Auch ältere Sprossenprobe liefert keinen Durchbruch

Die Geduld von Patienten, Verbrauchern und Forschern wird weiter auf eine harte Probe gestellt: Wie Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) nun bekanntgab, fanden sich auch in einer alten Sprossenprobe eines inzwischen gesperrten Hofs in Niedersachsen keine EHEC-Erreger.

Die von einem 42-jährigen Hamburger Patienten vor mehreren Wochen im Kühlschrank vergessene Packung mit Gemüse hätte den Forschern den  zweifelsfreien Nachweis der fieberhaft gesuchten Infektionsquelle liefern können. Die zuvor entnommenen Proben vom Hof in Bienenbüttel waren bereits negativ ausgefallen.

150 Mio. Euro für betroffene Gemüsebauern

Unterdessen wächst mit der Zahl der Erkrankten und den immer wieder aufflammenden Theorien über mögliche Quellen auch die Verunsicherung der Verbraucher. Gurken, Tomaten oder Sprossen – wo die Auslöser wirklich waren, liegt weiterhin im Dunkeln. Die EU hat nun reagiert und will den Gemüsebauern, die teils mit massiven Umsatzeinbußen zu kämpfen haben, unter die Arme greifen. Sie sollen 150 Millionen Euro Entschädigungen erhalten, das wurde von Dacian Ciolos, EU-Landwirtschaftskommissar, in Luxemburg vorgeschlagen. Unterdessen kritisierte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast: „Das EHEC-Krisenmanagement dieser Regierung ist miserabel, es findet schlecht oder gar nicht statt.“ Die Partei hat eine Aktuelle Stunde im Bundestag zum EHEC-Krisenmanagement beantragt.

Die Zahl der Todesopfer ist auf 22 angestiegen Von diesen starben 15 infolge des hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS). Aktuell sind bundesweit mehr als 2700 EHEC-Fälle und -Verdachtsfälle bekannt. Daneben gibt es mehr als 650 HUS-Fälle und -Verdachtsfälle.

Der arabische TV-Sender Al Jazeera hat sich im Rahmen von „Inside Story“ ebenfalls mit der EHEC-Epidemie befasst:

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