EHEC offenbart miserables Krisenmanagement

Rund 3000 EHEC-Verdachtsfälle und Erkrankungen, dazu bislang 23 Todesopfer allein in Deutschland - noch immer breitet sich die Darminfektion mit rasender Geschwindigkeit aus. Während die Experten fieberhaft nach den Ursprüngen fahnden, ist um die Bürger herum ein ein Streit über die politischen Konsquenzen entbrannt.

Bereits am Dienstag kritisierte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast: “Das EHEC-Krisenmanagement dieser Regierung ist miserabel, es findet schlecht oder gar nicht statt.” Die Partei hatte darauf hin eine Aktuelle Stunde im Bundestag zum EHEC-Krisenmanagement beantragt.

Doch sie ist nicht die einzige. Hessens Verbraucherschutzministerin Lucia Puttrich (CDU) hält künftig mehr Rückstellproben und engere Kontrollen von Restaurants und Kantinen für unerlässlich und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist für die Einrichtung einer Art „mobilen Einsatztruppe“ beim Bundesgesundheitsministerium. Für Hans-Michael Goldmann, FDP-Bundestagsabgeordneter erscheint hingegen eine „German Health Organisation“ mehr als nur sinnvoll, um mehr Effizienz bei der Bewältigung von Krisen zu gewährleisten.

Verbraucher werden unnötig verunsichert

Das „Chaos“, was sich derzeit abspiele, so Goldmann, sei für ihn nicht überraschend. Bund, Länder, Kreise und Kommunen würden auch in der Krise an ihren festgelegten Zuständigkeiten festhalten. Die Folge sind Alleingänge, widersprüchliche Meldungen oder auch voreilige Schlüsse. Diese Vielstimmigkeit ist auch dem Seuchenbiologe Stefan Kaufman ein Dorn im Auge. Der Direktor des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie in Berlin zeigt sich selbst vom Tempo der Ausbreitung sowie der globalen Dimension überrascht. „Da habe ich den Erreger unterschätzt“, gibt er zu.

Seit Rat in Richtung Politik: „Es wäre gut, wenn in einer Krisensituation Informationen zum Vorgehen und Empfehlungen an die Bevölkerung abgestimmt aus einem Munde erfolgen würden.“ So aber meldeten sich Minister verschiedener Ressorts mit den Leitern ihrer nachgeordneten Behörden zu Wort, und es entstehe der Eindruck, als würde die Politik den Ereignissen hinterherhecheln. „Erst Gurken, dann Sprossen. Das verunsichert die Menschen unnötig.“

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