EHEC: Sprossen-Verdacht erhärtet sich doch

Kehrtwende im EHEC-Fahndungskrimi: Nachdem es zunächst so aussah, als würden auch ältere Sprossenproben aus Niedersachsen keine Durchbruch liefern, gibt es nun neue Nachricht aus dem niedersächsischen Verbraucherschutzministerium.

Erst am Dienstag hat Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) bekanntgegeben, dass sich auch in einer alten Sprossenprobe des gesperrten Hofs keine EHEC-Erreger nachweisen ließen. Jetzt haben die Ermittler allerdings zwei weitere Indizien gefunden, die dafür sprechen, dass der Sprossenerzeuger in Bienenbüttel doch als ein Ursprung der Infektionswell in Frage komme.

Es kommen mehrere EHEC-Ausbruchsherde in Frage

Inzwischen seien drei Mitarbeiterinnen des Betriebs erkrankt. 18 weitere EHEC-Patienten gäbe es nun im Landkreis Cuxhaven, wo in einer Kantine Sprossen aus dem Betrieb verzehrt wurden. Das teilte Ministeriumssprecher Gert Hahne mit. Gleichzeitig betonte er nochmals, dass bei der bundesweiten Epidemie durchaus mehrere Ausbruchsherde in Frage kämen.

Der Betrieb im Landkreis Uelzen wird streng untersucht. 750 Proben wurden mittlerweile gezogen. Der Erreger konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Sicher sind jedoch drei Durchfall-Erkrankungen bei Mitarbeiterinnen am 6., 11. und 12. Mai. Eine davon war definitiv an EHEC erkrankt. Möglicherweise, so Hahne weiter, habe eine der Beschäftigen den Erreger „in den Ablauf des Betriebes eingespeist“, zum Beispiel beim Verpacken.

Kann Blutwäschetherapie EHEC-Patienten helfen?

Unterdessen gibt es von Forscherseite eine Erfolgsmeldung: Die Universitätskliniken Greifswald und Bonn haben Hinweise auf die Ursache schwerer Verläufe bei EHEC-Patienten mit HU-Syndrom gefunden. Neben dem Giftstoff Shigatoxin könnte auch – und vieles deutet darauf hin – die Bildung von Autoantikörpern für schwere Schädigungen verantwortlich sein. Inzwischen, so gab der  Transfusionsmediziner Andreas Greinacher vom Universitätsklinikum Greifswald bekannt, wurden erste schwer erkrankte Patienten mit einer speziellen Blutwäschetherapie behandelt. „Die ersten Entwicklungen bei den Blutwerten stimmen uns optimistisch.“

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