Kurz vor der Wahl: Hackerangriff auf offizielle türkische Internetseiten

Schrecksekunden wenige Tage vor der Parlamentswahl: Das Kollektiv Anonymous hat am Donnerstagabend mehrere Internetseiten der Regierung angegriffen. Eine komplette Ausschaltung gelang auf Grund von umfassenden Sicherheitssystemen nicht.

 

Hintergrund der DDoS-Attacken, von denen zu allererst www.tib.gov.tr betroffen war, sind die zunehmenden Einschränkungen des türkischen Internets. Erst kürzlich kam es zur Sperrung von 138 Wörtern, Internetcafébetreiber wurden ebenfalls zum Filtern angehalten. In Folge dessen waren auch Google und Facebook betroffen. Am 22. August sollen laut Plan der hiesigen hInternetbehörde BTK nun vier Internet-Filter in Kraft treten, die nach Einschätzung von „Reporter ohne Grenzen“ einen Verstoß gegen die Menschenrechte darstellen.

Anonymus‘ Cyberattacke als Zeichen des Protests

Die Aktion der internationalen Gruppe Anonymus, die unter dem Codenamen “operationturkey” stattfand, stieß bei türkischen Hackern allerdings auf wenig Gegenliebe. Zwar sind sie ebenfalls gegen die massiven Einschränkungen der Regierung. Eine Einmischung von außen lehnen sie jedoch ab. Gerüchte, wonach Anonymus auch die Wahlen am kommenden Sonntag sabotieren wolle, wurden mittlerweile aus eigenen Reihen dementiert. Mit der Cyberattacke, die den Zugriff auf die Regierungsseiten verhindern sollte, habe man lediglich ein Zeichen setzen wollen. Gleichzeitig wurde jedoch angedroht, zwei Wochen vor dem Stichtag am 22. August, erneut aktiv zu werden.

Bereits im Mai kam es nicht nur im Internet, sondern auch auf den Straßen der Türkei zu zahlreichen Protestaktionen gegen die geplanten Web-Filter, die ab dem 22. August aktiv werden sollen. Allein in Istanbul gingen Zehntausende auf die Straße. Gegner des Vorhabens befürchten, dass das Land so zu einem der meist zensierten Plätze der Welt werde.

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