Syrien: Assads Anhänger attackieren türkische Botschaft

Die Spannungen in Syrien reißen nicht ab. Gut 2000 Anhänger des Assad-Regimes sind am Sonntag in Richtung der türkischen Botschaft in Damaskus marschiert und haben versucht, die türkische Flagge einzuholen. Der Protest steht in Zusammenhang mit der Grenzöffnung für syrische Flüchtlinge von Seiten der Türkei.

Der Versuch, die türkische Flagge einzuholen, konnte durch die anwesenden Sicherheitsbeamten vereitelt werden, während die syrischen Kollegen dabei halfen, die Menge zu zerstreuen.

In den letzten Tagen hatte sich der Ton zwischen der Türkei und Syrien zunehmend verschärft. Präsident Bashar al-Assad wurde dafür gerügt, sich nicht an seine Versprechungen zu halten und Reformen in Gang zu setzen. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan kritiserte auch dessen jüngeren Bruder, Maher Assad, scharf. Dieser gilt als Drahtzieher hinter den brutalen Niederschlagungen von Demonstrationen, während derer die Menschen das Ende von Assads elfjähriger Herrschaft gefordert hatten.

Ömer Önhon, der türkische Botschafter in Syrien, welcher sich aber aktuell in der Türkei aufhält, erklärte, dass die Menge Slogans gegen die Türkei skandierte, während sie in Richtung Botschaft marschierte. Er berichtet, dass die Menge die Glasabdeckungen der Anschlagstafeln für türkische Angelegenheiten zerstörte. Am Tor der Anlage wurde auch eine syrische Flagge angebracht.

Syrischer Außenminister entschuldigt sich bei der Türkei

In der Zwischenzeit hat der stellvertretende syrische Außenminister Faisal al-Mikdad sein Bedauern über diese Aktion im Rahmen einer Telefonkonferenz mit Önhon zum Ausdruck gebracht. Er versicherte gegenüber Önhon, dass sich derartige Vorfälle nicht wiederholen würden.

Wenige Tage zuvor hatte bereits ein Telefongespräch zwischen Erdogan und Assad stattgefunden – allerdings mit weniger erfreulichem Ausgang. Es habe den Anschein gehabt, als ob Assad die Situation nicht so ernst nehme, wie von seinem türkischen Kollegen angemahnt, wurde berichtet.

Nun haben die syrischen Streitkräfte ihren Kampf gegen die Regierungsgegner  verschärft und eine Protesthochburg nahe der türkischen Grenze gestürmt. Bereits seit Sonntag steht Dschisr al-Schughur unter schwerem Beschuss. Mittlerweile sind mehr als 5000 Flüchtlinge über die türkische Grenze gelangt. Weitere 5000 befänden sich unregistriert auf türkischem Gebiet, heißt es.

CNN hat sich in einem Flüchtlingslager umgesehen:

http://www.youtube.com/watch?v=wn1gKP4raSk

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