EHEC: Warnung vor selbstgezogenen Sprossen, drei Sorten hauptverdächtig

Die Gefahrenquelle ist ausgemacht: Sprossen wurden zweifelsfrei als Träger des gefährlichen Darmkeims EHEC identifiziert. Das Bundesinstitut für Risikoforschung rät, vorsorglich auch auf selbstgezogene Sprossen zu verzichten. Es bestehe der dringende Verdacht, dass bereits das Saatgut belastet sei.

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät derzeit dringend davon ab, rohe als auch selbst angebaute Sprossen oder Keimlinge zu verzehren.  BfR-Präsident Andreas Hensel befürchtet: „Wenn bereits die Samen mit Keimen belastet sind, dann schützt auch die Einhaltung von Küchenhygieneregeln nicht vor einer EHEC-Erkrankung. Aus Vorsorgegründen empfiehlt das BfR, derzeit auf den Verzehr zu verzichten.“ Einzig, wer die Keimlinge gut abkoche oder brate könne diese bedenkenlos verzehren.

Özkan gibt weiteren Teil der Indizienkette bekannt

Niedersachsens Gesundheitsministerin Aygül Özkan (CDU) gab unterdessen die jüngsten Untersuchungsergebnisse in Zusammenhang mit dem verdächtigen Biohof in Bienenbüttel weiter. Der EHEC-Erreger an den Sprossen des Betriebs sei demnach exakt vom selben Typ wie die Bakterien, an denen Patienten verstorben seien. Darüber hinaus war bei zwei weiteren Mitarbeiterinnen des Hofes der Darmkeim nachgewiesen worden. „Damit können wir einen weiteren wichtigen Teil einer Indizienkette vorlegen“, so die Ministerin.

Den Experten gelten mithin drei bestimmte Sprossenarten als besonders verdächtig: Brokkoli, Knoblauch und Bockshorn. Fünf Erkrankte beziehungsweise positiv getestete Personen des Betriebes hätten vorzugsweise diese Sprossenarten verzehrt.

35 Personen an EHEC oder HUS gestorben

„Seit einigen Tagen werden Erkrankungen an HUS/EHEC auf deutlich niedrigerem Niveau an das RKI übermittelt“, meldet unterdessen das Robert-Koch-Institut. Seit Anfang Mai seien 2.447 Fälle mit einer Infektion mit EHEC übermittelt worden. Insgesamt 59 Prozent der Fälle seien weiblich, 87 Prozent seien 20 Jahre oder älter. Insgesamt 13 übermittelte EHEC-Fälle sind verstorben. Des Weiteren wurden seit Anfang Mai insgesamt 781 Fälle mit HUS übermittelt. Insgesamt 69 Prozent der Fälle seien weiblich, 88 Prozent der Fälle seien 20 Jahre oder älter. Insgesamt seien 22 übermittelte HUS-Fälle sind verstorben. „Insgesamt sind damit 3.228 Personen an HUS oder EHEC erkrankt, 35 Personen starben an HUS oder EHEC. „

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