EHEC: Nieren werden knapp – Erreger weltweit auf dem Vormarsch

Zwar können die Experten derzeit in eine gezielte Richtung fahnden, doch die EHEC-Epidemie offenbart derzeit ein weiteres dramatisches Problem: Es droht nach Ansicht von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ein Nierennotstand.

Wie der SPD-Politiker warnt, seien etwa 100 EHEC-Patienten derzeit so stark nierengeschädigt, dass sie ein Spenderorgan bräuchten oder aber lebenslang zur Dauerdialyse müssten. Obwohl der Höhepunkt der Infektionswelle nun überschritten scheint, ist er sich sicher: „EHEC-Erreger sind weltweit auf dem Vormarsch. Auch in Deutschland wird es künftig immer wieder zu EHEC-Ausbrüchen kommen.“

8000 Menschen warten: 2010 nur 3000 Nieren verpflanzt

Der nun drohende Organmangel verschlimmert unterdessen ein altbekanntes Problem: Etwa 8000 Menschen stehen derzeit wegen unterschiedlichster Krankheiten auf der Warteliste für eine neue Niere. Im vergangenen Jahr sind jedoch weniger als 3000 verpflanzt worden. Das geht aus den Zahlen der Deutschen Stiftung für Organtransplantation hervor. Insgesamt spendeten im Jahr 2010 1.296 Menschen nach ihrem Tod ihre Organe. Das waren 79 Organspender mehr als im Jahr 2009.

Auch in puncto Meldeweg sieht Lauterbach dringenden Handlungsbedarf: „„Die Kliniken müssen in Zukunft jeden EHEC-Fall direkt per Mail an das Robert-Koch-Institut melden.“ Mitverantwortlich für die massive Ausbreitung sei seiner Meinung nach die langsame Informationsübermittlung per Post gewesen.

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