Mondfinsternis als Vorbote für den Weltuntergang 2012?

Die totale Mondfinsternis vom 15. Juni verleitet natürlich zu kosmischen Interpretationen. Weltuntergangs-Experten sind vor allem von einem Vers aus der Bibel inspiriert.

Einen Zusammenhang von Mondfinsternis und Weltuntergang 2012 sehen nicht bloß Esoteriker. Auch öffentliche Institutionen widmen sich dem Thema: Schon Ende Mai lud die Volkssternwarte Schriesheim zu einem Vortrag, in dem sich Astrophysiker mit der Frage auseinandersetzten, ob denn die Prophezeiung der Mayas vom bevorstehenden Weltuntergang zutreffend seien. Die Antworten der Experten fielen naturgemäß kritisch aus, die Wissenschaft sieht gute Chancen, dass es zumindest nicht die kosmische Katastrophe ist, die die Welt zerstören wird. Wenngleich natürlich die vielen Tsunamis, Vulkanascheregen, Erdbeben oder der erwartete Asteroid Apophis die Fantasie anregen, so scheint es den Astronomen doch wahrscheinlicher, dass sich die Menschen selbst vernichten.

Aus gegebenem Anlass erwähnen Weltuntergangs-Propheten gerne die steile These eines amerikanischer Predigers: Er, der sich den jüdischen Wurzeln der Menschheit verschrieben hat, erwartet die Rückkehr Gottes für das Jahr 2015. Der Weltuntergang 2012 könnte demnach noch etwas nach hinten verschoben werden. Doch die Mondfinsternis vom 15. Juni wird von Kennern des Weltuntergangs bereits als Vorbote gesehen. Sie berufen sich dabei auf einen Vers aus dem Alten Testament (Buch Joel): „Die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, bevor der große und furchtbare Tag Jahwes kommt.”

Es verwundert nicht, dass dieser Vers im Zusammenhang mit dem Blutmond der aktuellen Mondfinsternis eine gewisse Brisanz enthält. Der Pastor aus dem Gelobten Land nimmt schließlich noch das Neue Testament zu Hilfe, in der bei Matthäus 24, 29-30 davon die Rede ist, dass sich nach jener schrecklichen Zeit der Katastrophen  “die Sonne verfinstern und der Mond nicht mehr scheinen” werde. Schließlich verweist der Prophet des Untergangs auf Studien der Nasa – insgesamt vier aufeinanderfolgende Mondfinsternisse werden den Mond blutrot zeigen. Skeptiker des Weltuntergangs nehmen diese Erkenntnis indessen als Zeichen zum Entspannen: Zumindest für den 16. Juni stehen die Zeichen nicht schlecht, dass die Sonne wieder aufgeht. Ob wir sie wirklich sehen werden, erfahren Sie aus der Wettervorhersage.

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