Falsche Fährte: EAEC und nicht EHEC ist der Auslöser

Seit Wochen tappen die Experten auf der Suche nach den Quellen der Darm-Epidemie im Dunkeln. Göttinger Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden: Es war nicht der EHEC-Erreger, der die schweren Erkrankungen in Norddeutschland hervorgerufen hat, sondern der Keim EAEC.

Die Forscher waren bei der Blutuntersuchung von zwei Patienten aus Hamburg darauf aufmerksam geworden. EAEC steht für „Entero-Aggregativer Escherichia coli“ und binde sich nach deren Angaben besonders fest ans Gewebe, bilde Zellansammlungen und spule dort sein krank machendes Programm ab.

Gen-Kombination macht Erreger so gefährlich

Der Keim ist deshalb so aggressiv, weil er aus anderen EHEC-Stämmen ein spezielles Gen übernommen und bei sich selbst verankert habe. Genau das könnte dann auch das lebensgefährlich HU-Syndrom auslösen. Demnach stammt das Erbgut zu 93 Prozent von enteroaggregativen E. coli (EAEC), der zuvor in Zentralafrika aufgetreten sei. Das übrige Erbgut wurde von einem „konventionellen“ EHEC-Erreger übernommen. Die Forscher erklären: „Dieses Gen bildet das sogenannte Shiga-Toxin, welches ursprünglich aus dem Erreger der Bakterienruhr stammt. Es ist ein besonderes Gift, das das hämorrhagisch-urämische Syndrom (HUS) auslösen kann, also Blutzersetzung, sowie dessen Folgeschäden wie beispielsweise Nierenversagen.“

Diese Kombination verleihe dem neuen Keim seine Gefährlichkeit: „Seine Zellen können durch Anheftung und Aggregation einen massiven Infektionsherd im Darm bilden, und diese Zellmasse produziert mit dem Shiga-Toxin ein sehr wirksames Gift. Darüber hinaus schützt ein sogenanntes Resistenzplasmid den Keim vor einem breiten Spektrum von Antibiotika.“

Eine neue Bezeichnung hat Dr. Rolf Daniel, Leiter des Göttinger Laboratoriums für Genomanalyse, auch schon vorgeschlagen: EAHEC – „Entero-Aggregativer-Hämorrhagischer E. coli“, eine Zusammensetzung aus EHEC und EAEC.

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