Mitglied der Osmanen-Dynastie will ins Parlament

Ein Nachfahre der Osmanen-Dynastie könnte ins türkische Parlament einziehen.

Ein Nachkomme der osmanischen Familie, Orhan Osmanoğlu, wird vermutlich in der nächsten Wahlperiode als unabhängiger Abgeordneter eine aktive Rolle einnehmen.

„Wir werden weder eine Autokratie noch ein Kalifat schaffen. Unser einziges Ziel ist es, der osmanischen Familie im Parlament eine Stimme zu geben“, erzählt Orhan Osmanoğlu den Hürriyet Daily News.

Bisher hat die Familie jegliche Angebote, politisch aktiv für andere Parteien zu sein, abgelehnt.

„Es ist sehr wichtig, dass einer unserer Nachfahren im Parlament ist. Rechtsstehende Parteien sind gegenüber unserer Familie sehr respektvoll, deswegen können wir als osmanische Familie eine entscheidende Rolle dabei spielen, die verschiedenen Parteien an einen Tisch zu bekommen“, sagt Osmanoğlu.

Osmanische Herrscherfamilie politisch aktiv in der Türkei

Als sein politischer Ziel sieht Osmanoğlu, dass die Türkei eines Tages zu den fünf weltbesten Handelsnationen zählt. Darüber hinaus befürwortet er die Gehälterangleichung und eine höheres Budget für die Armee. Die osmanische Familie sieht als großer Unterstützer der Demokratie und der Türkischen Republik.

Wie viele Mitglieder der osmanischen Familie, wurde Orhan Osmanoğlu im Exil (Syrien) geboren. Seine türkische Staatsbürgerschaft bekam er Mitte der Neunziger.

Die Osmanen (heute Osmanoğlu) erleben seit Jahren eine nostalgische Wiedergeburt. Die Türken lassen ihnen jetzt mehr historische Gerechtigkeit widerfahren als früher. Es erging und ergeht ihnen ähnlich wie den Habsburgern.

Die Dynastie musste – insgesamt 144 Personen umfassend – im Jahre 1924 ins Exil. Erst 1992 konnte das damals letzte Oberhaupt der Familie, Osman Ertugrul, aus Amerika in die Türkei zurückkehren.

Er starb 2009 und wurde unter großer Anteilnahme bestattet. Momentan ist der 1924 in Paris geborene Osman Bayezit Oberhaupt, als sein Nachfolger gilt Dündar Aliosman, 1930 in Damaskus auf die Welt gekommen.

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