EHEC: Entwarnung voreilig? Wieder mehr neue Fälle

Kein Aufatmen für die deutsche Bevölkerung: Die Zahl der EHEC-Patienten ist nicht nur in Berlin wieder leicht angestiegen. Obwohl EHEC kein neues Phähonem ist, ringen die zuständigen Behörden nach wie vor um Lösungen.

Wie die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit mitteilt, ist die Zahl der EHEC-Erkrankungen in der Hauptstadt von 50 auf 52 angestiegen. Zu Wochenanfang lag die Zahl noch bei 41 Personen. Am gefährlichen HU-Syndrom sind mittlerweile 13 Patienten erkrankt. Auch hier ist die Zahl nach oben geklettert. Die Situation in Norddeutschland gestaltet sich ähnlich. Zwar habe sich das Tempo der Neuinfektionen verlangsamt, doch auch hier steige die Zahl weiter an. Insgesamt sind derzeit 840 Fälle bekannt. 194 Patienten leiden am HU-Syndrom.

Nun auch ein Hof in Hessen gesperrt

Unterdessen wurde nun ein weiterer Hof wegen EHEC dichtgemacht. Nachdem bereits ein Biohof im niedersächsischen Bienenbüttel ins Visier der Experten geraten ist, traf es jetzt einen ersten Hof in Hessen. Auf einem Bauernhof in einem Vorort von Frankfurt am Main wurde der EHEC-Erreger nachgewiesen. Darauf hin wurde der Betrieb vorsorglich geschlossen und das Gemüse zurückgerufen. Es soll sich allerdings nicht um den lebensgefährlichen Typ des Erregers handeln. Wie das Bakterium auf den Salat gelangen konnte, ist nach wie vor unklar. Derzeit steht der Brunnen unter Verdacht.

Einfache Hygieneregeln schützen vor EHEC-Infektion

Die Verunsicherung der Verbraucher ist auch nach der Aufhebung der Warnung für Tomaten, Gurken und Blattsalat groß. Immerhin: Mittlerweile konnten die Wissenschaftler Sprossen als Gefahrenquelle ausmachen. Das Bundesinstitut für Risikoforschung rät, vorsorglich auch auf selbstgezogene Sprossen zu verzichten. Es bestehe der dringende Verdacht, dass bereits das Saatgut belastet sei. Den Experten gelten zudem drei bestimmte Sprossenarten als besonders verdächtig: Brokkoli, Knoblauch und Bockshorn. Neben dem Verzicht auf diese Lebensmittel hilft auch die Einhaltung einfachster Hygieneregeln. Dazu gehört regelmäßiges, gründliches Händewaschen. Rohes Gemüse oder Obst vor dem Verzehr gründlich waschen oder schälen sowie Fleisch ausreichend erhitzen. Sind bereits Personen im Haushalt erkrankt, ist eine regelmäßige Reinigung – gerade von Toilette und Waschbecken – unbedingt erforderlich. Da EHEC-Bakterien auch noch nach Abklingen der Krankheitszeichen von zuvor Erkrankten für einige Tage bis ca. vier Wochen im Stuhl ausgeschieden werden, gilt es die Hygieneregeln auch nach durchgestandener Erkrankung sorgfältig zu beachten.

EHEC-Epidemie so groß wie nie zuvor

Was vielen nicht bekannt ist: EHEC ist kein neues Phänomen. Dennoch: „Bei dem aktuellen Geschehen handelt es sich um einen der weltweit größten bislang beschriebenen Ausbrüche von EHEC bzw. HUS und den bislang größten Ausbruch in Deutschland, wobei insbesondere die Alters- und Geschlechterverteilung ungewöhnlich ist“, teilt das Robert-Koch-Institut in Berlin mit. Nach wie vor seien vor allem Erwachsene, überwiegend Frauen, betroffen. Zu anderen Zeiten entwickeltenn vorwiegend Kinder dieses schwere Krankheitsbild: „Im Jahr 2010 zum Beispiel wurden dem Robert Koch-Institut 65 HUS-Fälle übermittelt, 6 Betroffene waren älter als 18 Jahre.“

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