Kurdendemonstration: Sechsjähriger Junge von Molotowcocktail verletzt

Er war zur falschen Zeit am falschen Ort. Ein kleiner sechsjähriger Junge ist am Freitag während einer nicht genehmigten PKK-Demonstration in der türkischen Stadt Adana zwischen die Fronten geraten. Er erlitt Verbrennungen zweiten Grades.

Anhänger der kurdischen BDP demonstrierten am Freitag in den drei Bezirken  Şakirpaşa, Dağlıoğlu und Gülbahçe gegen die Tötung der drei  Top-Terroristen Ali Altın, Coşkun Doğan und den kurdischen Syrer Şeyhmuz Şeyho. Sie waren am vergangenen Dienstag in Sivas ums Leben gekommen. Die Demonstranten warfen nun mit Steinen, Feuerwerkskörpern und Molotowcocktails auf die Polizei. Auf dem Weg zur Bäckerei geriet der kleine Bülent Altın mitten in die Auseinandersetzungen und wurde von einem brennenden Geschoss erwischt.

Die Polizei eilte dem Jungen, der aus dem Bezirk Gülbahçe stammt, sofort zu Hilfe und versuchte ihn mit ihren Jacken und anderen Kleidungsstücken zu löschen. Anschließend brachten die Beamten ihn in ein Krankenhaus. Dank des schnellen Eingreifens trug er „nur“ Verbrennungen zweiten Grades im Gesicht und Körper davon.

Bülent Altıns Vater verurteilt den Zwischenfall scharf

Die Familie des Sechsjährigen war erst vor einigen Jahren aus der Kurdenstadt Bitlis nach Adana gezogen. Nur mit Mühe gelang es den Polizeibeamten, die sie über den Vorfall informierten, die Familienangehörigen zu beruhigen. Nurettin Altın, der Vater des Kleinen, ist zutiefst verärgert und fordert nun eine harte Strafe für die Angreifer: „Vor einigen Jahren mussten wir aus Bitlis hierher ziehen. Wir hatten Verwandte hier. Wir haben nichts mit Terrorismus oder Terroristen zu tun. Seine Mutter schickte ihn zum Bäcker, um Brot zu kaufen. Dann rief uns die Polizei an und erklärte uns, dass unser Sohn verletzt sei. Wer auch immer das meinem Sohn angetan hat, muss dafür bezahlen.“

Einen ähnlichen Vorfall hatte es bereits  am 08. November 2009 in Istanbul gegeben. Dort war eine 17-jährige an den Folgen eines Angriffs auf einen Verkehrsbus gestorben.

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