Lage an türkisch-syrischer Grenze immer dramatischer

Neue Greuelmeldungen aus Syrien: Hiesige Sicherheitskräfte haben die Stadt Bdama an der Grenze zur Türkei gestürmt. Die Bewohner hatten Flüchtlinge mit Lebensmitteln versorgt. Jetzt wurden ihre Häuser attackiert und zahlreiche Menschen verhaftet.

Die Soldaten, die mit schweren Waffen und Panzern am Samstagmorgen eingerückt waren, hätten willkürlich auf die Häuser der Bewohner der Stadt geschossen und Felder mit der Ernte niedergebrannt.

Das Dorf, das sich rund 20 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt befindet, hatte eine Bäckerei, die als einzige die rund 2000 dort gestrandeten Flüchtlinge mit Brot versorgte. Darüber hinaus half die Stadt mit Medizin und weiteren Nahrungsmitteln aus. Einige Frauen und Kinder wagten sich am Samstagnachmittag dann ohne diese entscheidende Rettungsleine dennoch über die türkische Grenze.

In Syrien bahnt sich eine humanitäre Katastrophe an

Jetzt ist die Stimmung gekippt: „Die Bewohner von Bdama trauen sich nicht, den Flüchtlingen Brot zu bringen. Gleichzeitig haben die Flüchtlinge Angst, verhaftet zu werden, wenn sie auf der Suche nach Essen nach Bdama gehen“, so der Mitarbeiter einer Menschenrechtsgruppe. Diejenigen, die sich entschieden haben in Syrien zu bleiben, erzählen nun, dass ihre Vorräte knapp werden. „Wir haben noch ein paar Kartoffeln, Reis und etwas Milchpulver, aber auch das wird bald zur Neige gehen“, fasst etwa der Syrier Jamil Saeb die Situation vor Ort zusammen. „Das ist unser erster Tag ohne Brot.“ Viele Kinder seien krank. Medizin gäbe es jedoch nicht. Andere pflücken Äpfel, weil sie schlicht nichts anderes mehr hätten. „Wir leben unter katastrophalen Bedingungen.“ Saeb erwartet eine humanitäre Katastrophe binnen Stunden, wenn die Türkei jetzt nicht zur Hilfe eile.

Unruhen nun auch im Libanon

Die Unruhen im türkischen Nachbarland halten nun bereits seit drei Monaten an. Menschenrechts-Aktivisten gehen mittlerweile von rund 1400 Toten aus. Gut 10.000 Personen wurden durch das Assad-Regime verhaftet. Der Aufstand in Syrien greift mittlerweile auch auf den benachbarten Libanon über : Im Norden des Landes starben unterdessen bis zu sieben Menschen bei Feuergefechten zwischen Gegnern und Anhängern von Syriens Präsident Baschar al-Assad.

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