Bestätigt: USA sprechen mit den Taliban!

Ist es nur eine Finte oder der erste Schritt zu Friedensverhandlungen? US-Verteidigungsminister Robert Gates bestätigt Gespräche mit den Taliban “im Anfangsstadium”. Die Taliban lassen indessen weiter die Waffen sprechen und bekannten sich am Sonntag zu einem Anschlag, bei dem auch Bundeswehrsoldaten verletzt wurden.

Am Samstag hatte der afghanische Präsident Hamid Karsai erstmals durchblicken lassen, dass die Amerikaner nicht nur mit seiner Regierung, sondern auch mit den aufständischen Taliban Gespräche führten. Auf CNN wurde dies von Robert Gates bestätigt, allerdings befände man sich noch in einem sehr frühen Stadium. Nachdem die Taliban jahrelang nur als Terror-Organisation gesehen worden waren, suchen die Amerikaner nun offenbar einen politischen Ausweg in Afghanistan. Eines der Probleme sei es laut Gates, die richtigen Ansprechpartner zu finden.

Ob die Doppelstrategie Krieg + Gespräche zu einem Erfolg führen kann, ist ungewiss. Erst am Sonntag hatten sich die Taliban zu einem Anschlag auf einen Bundeswehrkonvoi in Kundus bekannt. Behördenangaben zufolge starben drei afghanische Zivilisten. Unter den elf Verletzten seien auch zwei Bundeswehrsoldaten gewesen, hieß es. Der deutsche Kommandeur des Feldlagers Kundus, Oberst Norbert Sabrautzki, sei aber nicht Ziel des Anschlags gewesen, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam.

Beobachter sehen in der Initiative der USA daher auch weniger einen Versuch, am Hindukusch einen dauerhaften Frieden zu stiften. Vielmehr geht es offenbar darum, dass sich die Amerikaner an der Guerilla-Taktik der Taliban die Zähne ausgebissen haben und nun einem einigermaßen gesichtswahrenden Weg zum Rückzug aus Afghanistan suchen.

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