Türkei platzt der Kragen: Ultimatum an Syrien!

Ein türkischer Präsidentenberater spricht Klartext: Wenn die Syrer nicht in weniger als einer Woche Reformen einleiten, dann drohe den Tyrannen von Damaskus eine internationale militärische Intervention. Baschar al Assad soll offenbar an das Beispiel Lybien erinnert werden.

Die Stimmung zwischen der Türkei und seinem Nachbarn Syrien spitzt sich immer mehr zu. Nachdem bereits am Wochenende eine eindringliche Warnung in Richtung Assad-Regime gegangen war, wird jetzt der Tonfall deutlich schärfer.

Kein Aufschub der syrischen Reformen bis Jahresende

Lange hat die türkische Regierung versucht Assad davon zu überzeugen, die brutalen Niederschlagungen seiner Gegner einzustellen. Ohne Erfolg. Gut 1300 Menschen kamen bisher ums Leben. Tausende flüchteten aus der Heimat.

Erst an diesem Montag kündigte Assad in seiner Rede die Bildung eines Kommittees an, dass sich mit den Änderungen in der Verfassung befassen sollte. Ein entsprechendes Paket erwarte er bis zum September bzw. Jahresende. Erşat Hürmüzlü, Berater von Präsident Abdullah Gül, geht das entschieden zu langesam. Er findet nun deutliche Worte und fordert die Umsetzung der Reformen durch die syrische Administration binnen Wochenfrist. Andernfalls gäbe es nun nur noch die Möglichkeit einer militärischen Intervention.

Zahlreiche Europäische Staaten haben bereits eine entsprechende Resolution unterzeichnet, in der sie das Vorgehen gegen die syrischen Demonstranten verurteilen. Anders der russische Präsident Dmitri Medwedew. Er zeigte an, eine solche Resolution nicht zu unterstützen.

Assad sieht Schuld bei den Demonstranten selbst

Syriens Präsident Assad sieht die Lage jedoch ganz anders. Einmal mehr macht er in seiner jüngsten Ansprache deutlich, dass seiner Meinung nach die Verantwortung für die Krise bei den „Saboteuren“ selbst liege. Er wirft den Demonstranten vor, ein Massaker an Sicherheitskräften angerichtet zu haben.

Sich ein genaues Bild über die Situation zu machen wird zusätzlich dadurch erschwert, dass es internationalen Journalisten derzeit nicht gestattet ist, ins Land zu reisen.

Mittlerweile sind bis zu 10.000 syrische Flüchtlinge über die Grenze in die Türkei gelangt. Die türkischen Behörden gehen davon aus, dass sich weitere 10.000 in der Nähe der Grenze auf syrischer Seite in den weitläufigen Olivenhainen und landwirtschaftlichen Flächen um Jisr al-Shogur aufhalten.

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