Neue EHEC-Fälle: Kinder in NRW über Schmierinfektion infiziert

Erst vor wenigen Tagen starb ein zweijähriger Bub in Folge einer EHEC-Infektion. Jetzt wurden erneut zwei Jungen auf eine Intensivstation gebracht. Insgesamt drei Kinder an einer Schule im Kreis Paderbron haben sich angesteckt.

Die drei Buben im Alter von acht, neun und elf Jahren, die die Grundschule Altenbeken besuchen, haben sich mit der gefährlichen Darmkeim infiziert. Sowohl der Acht- als auch der Neunjährige haben mittlerweile das lebensbedrohliche HU-Syndrom entwickelt. Sie werden derzeit auf einer Intensivstation in Münster betreut. Bei beiden Jungen gibt es noch keine Laborbestästigung, beim ältesten der Drei allerdings schon. Er hat sich definitiv mit den EHEC-Bakterien angesteckt, bisher aber kein HUS entwickelt.

Schule wird nach EHEC-Fall vorerst nicht geschlossen

Die Ansteckung soll, so das Kreisgesundheitsamt, nicht über Lebensmittel, sondern etwa eine Woche vor Pfingsten über eine so genannte Schmierinfektion erfolgt sein. Wo der Infektionsherd liegt, steht noch nicht fest. Der Schulbetrieb läuft weiterhin normal ab. Vorsorglich wurde jedoch eine Desinfektion der Schul-WCs und Türgriffe angeordnet. Desinfektionsspender wurden im gesamten Haus angebracht. Ob es weitere Auswirkungen geben oder die Einrichtung gar vorübergehend schließen wird, steht derzeit noch nicht fest: Michaela Pitz, Sprecherin des Kreises Paderborn, erklärt: „Wir wissen ja nicht einmal, ob die Kinder sich in der Schule angesteckt haben.“

Schmierinfektion: Von der Hand in den Mund in den Darm

„Bei Schmier- oder Kontaktinfektionen erfolgt die Übertragung von Krankheitserregern durch mangelnde Händehygiene oder durch Berührung kontaminierter Gegenstände“, erkärt unterdessen das Gesundheitsamt Baden-Württemberg. Die überwiegende Zahl von Schmierinfektionen entstehe durch Erreger, die mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Unter den Erregern, die mit dem Kot ausgeschieden würden, spielten die pathogenen Darmbakterien quantitativ die größte Rolle. EHEC-Bakterien gelangen dann über die Hände in den Mund und anschließend in den Darm des Betroffenen.

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