Atomausstieg: Türkei hält an japanischer Skandalfirma fest

Die türkische Regierung will ihre Gespräche mit Tepco, Betreiber des Unglücksreaktors von Fukushima, trotz aller Bedenken von außen fortsetzen. In Deutschland ist die Marschrichtung eine ganz andere. Hier legen sich die Grünen zum Atomausstieg fest.

„Es ist unmöglich, sich gegen das Volk zu stellen“, betonte Greenpeace-Mitarbeiter Cenk Levi Mitte März dieses Jahres gegenüber den Deutsch Türkischen Nachrichten. Kurz nach der Erdeben- und Tsunamikatastrophe in Japan äußert er sein Unverständnis gegenüber den Plänen der türkischen Regierung, die zwei ersten Atomkraftwerke in der Türkei bauen zu wollen. Trotz anhaltender Proteste hält diese jedoch weiter an ihrem Vorhaben fest und verhandelt ausgerechnet mit Russland und Japan, den Ländern mit den beiden größten Katastrophen in der Geschichte der Atomkraft.

Türkische Regierung gefährdet Menschenleben

Jetzt, nachdem man sich mit den Russen über den Bau in der Provinz Mersin einig geworden war, warnt Greenpeace noch einmal eindringlich, die Türkei möge die Gespräche mit der japanischen Skandalfirma Tepco beenden, mit der es Verhandlungen über ein zweites AKW an der Schwarzmeerküste gibt. Erst jüngst signalisierte der türkische Energieminister Taner Yildiz, dass er die Gespräche mit dem Fukushima-Betreiber fortsetzen und bis Mitte Juli bereits Klarheit über den Fortgang haben möchte. Für Pınar Aksoğan, Greenpeace Türkei, völlig unverständlich. „Es war die japanische Seite, die die Gespräche über das AKW in Sinop ausgesetzen wollte. Jetzt, nur drei Monate nach dem Unfall, will die türkische Regierung die Gespräche mit TEPCO weiterführen … Dies ist eine verantwortungslose Haltung, die das Leben der Menschen in der Türkei und den Nachbarländern gefährdet.“ Sie betont: „Die Ära der Atomkraftwerke ist vorbei!“ Die Türkei sollte weder mit Japan noch mit irgendeinem anderen Land auf der Welt solche Gespräche führen. Die Haltung der Regierung bezeichnet sie als ignorant.

Kein Blankoscheck für Merkel von den Grünen

Unterdessen gibt gegenteilige Nachrichten aus Deutschland. Unmittelbar vor dem Sonderparteitag der Grünen hat die Parteichefin Claudia Roth eindringlich für ein Ja zum Atomausstieg nach den Plänen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geworben. Roth erklärt: „Wenn man sich genau anschaut, was zur Abstimmung steht, dann sind das Punkte, zu denen die Grünen eigentlich nicht Nein sagen können.“ Wichtigster Punkt sei für sie, dass die Laufzeitverlängerung, die die schwarz-gelbe Atomlobby-Regierung beschlossen habe, wieder zurück genommen werde. Gleichzeitig kündigte die Grünenchefin jedoch an: „Wir kämpfen natürlich auf anderen Ebenen darum, dass die Verschlechterungen bei den Sicherheitsstandards, die die schwarz-gelbe Regierung vorgenommen hat, wieder verschwinden.“

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