Flüchtlinge: Armeen der Türkei und Syrien Auge in Auge

Das Säbelrasseln ist förmlich zu hören: Türkische Soldaten befinden sich in Habachtstellung. Das syrische Militär ist mittlerweile bis an die Grenze vorgerückt. Unterdessen forderten weitere Proteste im Land neue Todesopfer.

Die Spannungen im syrisch-türkischen Grenzgebiet steigen derzeit deutlich an. Beide Länder haben Truppen in das Gebiet verlagert. Die Armeen befinden sich in unmittelbarer Sichtweite.

Syrische Militärs rücken in Grenzdorf ein

Auslöser der jüngsten Bewegungen war das Einrücken syrischer Militärs und Schabiha-Milizionäre in das Dorf Chirbet al-Dschoos am vergangenen Donnerstag. Dort hatten Hunderte Vertriebene nur einige Hundert Meter von der türkischen Grenze unter freiem Himmel campiert. Häuser von Anti-Regime-Aktivisten wurden zerstört, einige wurden festgenommen. Die Menschen, die in Panik in Richtung Türkei geflohen waren, wurden von der türkischen Armee mit Bussen abgeholt und in eine Kaserne gebracht. Jetzt haben auch die türkischen Grenzsoldaten ihre Kampfausrüstung angelegt.

Wieder Tote nach Freitagsgebeten

Während die einen fliehen, demonstrieren die anderen gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad weiter. Nach den Freitagsgebeten sollen diesmal mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen sein. Unter den Opfern sollen sich auch zwei Kinder befinden. Gleich in mehreren Städten sollen die Sicherheitskräfte das Feuer auf die Menschen eröffnet haben, als sie aus den Moscheen geströmt seien. Das Gros der Todesopfer gab es in der Hauptstadt Damaskus.

Insgesamt sind bisher fast 12.000 Menschen vor der Gewalt in Syrien ins Nachbarland Türkei geflohen. Auch in Richtung Libanon setzt sich der Exodus fort. Allein in den vergangenen zwei Tagen flüchteten gut 1000 Menschen dorthin.

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